Schwamm, alte Fußböden und defekte Heizungen gehören im Wernigeröder Rathaus der Vergangenheit an. Die Sanierung des Wahrzeichens steht kurz vor ihrem Abschluss. Einzig das Hochzeitszimmer im Erker sorgt für mehr Arbeit als geplant.

Von Jörn Wegner

Wernigerode l "Nur das Erkerzimmer im Rathaus wird nicht vor Beginn des Weihnachtsmarktes am Freitag fertig", sagt Winnie Zagrodnik von der Pressestelle der Wernigeröder Stadtverwaltung.

Das Wahrzeichen wird derzeit umfassend saniert. Am aufwendigsten sind dabei die Arbeiten am romantischen Erkerzimmer, in dem sich sonst Hochzeitspaare das Ja-Wort geben. "Der Bau dort gestaltet sich etwas komplizierter, weil sich der Schwamm ausgebreitet hat", informiert Verwaltungssprecher Andreas Meling.

Mehrere marode Holzbalken und die Wandvertäfelung mussten deswegen entfernt und ersetzt werden. Meling zufolge ist der Raum zudem schlecht beheizbar gewesen. Bei plötzlichen Hitzewallungen, Angstschweiß oder kalten Füßen können sich Brautleute künftig nicht mehr in Ausreden flüchten: Das kleine Trauzimmer wird von innen gedämmt und außerdem mit einer modernen Klimaanlage ausgestattet. "Eigentlich wollten wir die Bauarbeiten am Erker während des Weihnachtsmarktes mit einer bedruckten Plane verdecken", sagt Winnie Zagrodnik.

Mittlerweile habe sich die Verwaltung aber dagegen entschieden. Stattdessen sollen nur die offenen Fenster des Erkers mit Spanplatten verschlossen werden.

Zum Jahresende sollen die Arbeiten im Trauzimmer beendet sein. Nur ein unerwarteter Wintereinbruch mit extremen Minusgraden könnte diese Pläne noch durchkreuzen. Wenn der Innenausbau abgeschlossen ist, verputzen die Arbeiter die Fassade und verpassen ihr einen neuen Farbanstrich. Die aufwendige Sanierung des Erkers schlägt sich auch bei den Ausgaben nieder. Die ursprünglich geplanten 70000Euro werden leicht überschritten. "Um wie viel, steht noch nicht fest", so Winnie Zagrodnik.

Fleißig gearbeitet wird derweil auch am Seiteneingang des Rathauses. Dort soll zukünftig eine Glastür für Schutz vor der winterlichen Kälte sorgen. "Dann können wir die alte Tür genauso einladend geöffnet lassen wie bei der Tourist-Information", sagt Winnie Zagrodnik.

Am 9.Dezember soll die gläserne Pforte eingesetzt werden. Im Seiteneingang wurden zudem neue Heizkörper eingebaut und ein neues Wegweisersystem installiert. Neue Bodenfliesen und Stromleitungen sind bereits verlegt worden. Die Sanierung des Eingangsbereichs kostet etwa 60000Euro.

An der Rückseite des Rathauses sind die Arbeiten derweil abgeschlossen. Dort erstrahlt die Fassadenfarbe wieder im neuen alten Glanz. Die Malerarbeiten wurden in einem Zug mit der Sanierung der zweiten Etage des Rathauses erledigt. Wo zuvor Teppichboden verlegt war, können die Mitarbeiter des Hauptamtes jetzt an frischgestrichenen Wänden vorbei auf neuem PVC-Boden zu ihren Büros gehen. Die Kosten für Fassadenanstrich und Renovierung der zweiten Etage beliefen sich laut Stadtverwaltung auf etwa 30000Euro.

Trotz der Bauarbeiten ist der Ratskeller weiterhin geöffnet. Auch Ehen können nach wie vor im Rathaus geschlossen werden. Zwar muss auf den Erker verzichtet werden, das große Trauzimmer steht Heiratswilligen aber weiterhin offen.

 

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