Stapelburg (rar). Bereits seit etlichen Monaten ist Stapelburgs Grenzmuseum im Eckertal geschlossen (wir berichteten). Pächterin Christine Leiste wollte einen weiteren Betrieb aus zeitlichen und persönlichen Gründen nicht mehr aufrecht erhalten. Doch neuerdings gibt es ernsthafte Anzeichen dafür, dass eine neue Lösung in Sicht ist. Damit könnte es für das an historischer Stelle, unmittelbar an der einstigen Grenze, befindliche Museum mittelfristig doch noch eine Chance auf einen Weiterbetrieb geben.

Laut Ortsbürgermeister Hilmar Rasche steht das Bildungswerk "Heureka" einer Übernahme "nicht abgeneigt" gegenüber. Als erste dringliche Aktion müssten jedoch die Exponate, insgesamt sind das hunderte, vor der Feuchtigkeit und dem damit verbundenen Verfall gerettet werden. In einem zweiten Schritt ginge es um notwendige Umbauarbeiten, die unter der Regie von "Heureka" ebenfalls erfolgen könnten.

Interesse von der Uni Braunschweig

Das Bildungswerk betreibt gegenüber dem Grenzmuseums einen kleinen Pavillon zum Stapelburger Jungborn. Das dortige Personal würde sich wegen der unmittelbaren Nähe auch um darum mit kümmern können. Parallel dazu hatte der Stapelburger Heimatverein abgewunken, Tenor: "Das ist eine Nummer zu groß für uns".

Ähnliches war auch aus der Gemeinde Nordharz zu hören. Von dort könne wegen der vorläufigen Haushaltsführung mit keinerlei finanzieller Unterstützung gerechnet werden, äußerte sich Bürgermeisterin Hannelore Striewski bedauernd. Gleichzeitig bekundete sie aber ihr großes Interesse, "dass das Grenzmuseum nicht untergeht".

Unterdessen gebe es auch seitens der Braunschweiger Universität ernst zu nehmende Hinweise, dass sich die Niedersachsen des Stapelburger Projektes gern annehmen würden. Einer der Professoren der Abteilung Geschichte hatte bereits vor Wochen seinen Assistenten extra deswegen nach Stapelburg geschickt, um die aktuelle Situation zu erkunden. Noch vor Weihnachten sollen alle Beteiligten an einen Tisch geholt werden.

Mit dabei wäre dann auch wieder die Goethe-Sekundarschule Ilsenburg. Die geforderte Verkehrssicherungspflicht würde der Ortsteil Stapelburg übernehmen. Eine Wiedereröffnung vor dem Sommer hält Hilmar Rasche allerdings für "sehr unwahrscheinlich".