Wernigerode (mi). "Mit so einem Ansturm haben wir nicht gerechnet", gestand Margit Böttcher, Mitarbeiterin im Harzmuseum, ein. Unglaubliche 1123 Besucher waren zur ersten Museumsweihnacht am Klint 10 erschienen, um die liebevoll gestalteten Stände zu begutachten.

Neben allerlei Weihnachtsdekoration konnten die Gäste den Schmied Wolf-Dieter Wittig aus der Krellschen Schmiede bei der Arbeit beobachten. Der Neu-Wernigeröder wollte Kinder und Jugendliche für sein Handwerk begeistern und ließ deshalb die elfjährige Lena zu Flachmeißel und Hammer greifen, um Kupferplatten in die Form einer Weihnachtsglocke zu verwandeln.

Einen Raum weiter zogen die geschickten Hände von Hans-Georg Proft viele Blicke auf sich, der seine Werke aus Schiefer präsentiert. Derweil wünschten sich die Harzer Brüder Karsten und Andreas Kellner, dass die Landhausmode wieder modern wird. "Dann würde sich unser Handwerk als Hirschhornschnitzer mehr lohnen", so Andreas Kellner. Ihre Broschen oder Hemdknöpfe aus dem "Harzer Elfenbein" fanden an diesem ersten Adventssonntag wenig Interesse.

"Vom Geld kaufen wir neue Wolle für Heimkinder"

Besser lief es da für die Mitglieder des Strickkreises Langeln, die mit einem eigenen Stand bei der Museumsweihnacht vertreten waren. Seit acht Jahren stricken die Frauen für Waisenkinder in Deutschland, Weißrussland und Rumänien. "Von dem Erlös, der heute zusammenkommt, werden wir neue Wolle kaufen", erzählte Erika Bruch. Aller drei Wochen trifft sich die 81-Jährige bei Kaffee und Kuchen mit ihren "Strickfreundinnen".

Auch die Liv-Ullmann-Förderschule Wernigerode freute sich über jede kleine Spende. Die Mädchen und Jungen töpferten Kunstwerke aus Keramik. Das gesammelte Geld soll für Klassenfahrten und therapeutische Geräte genutzt werden.

Um all die liebevoll gestalteten Werke weihnachtlich zu verpacken, stand Gertrud Hahne bereit. Die Wernigeröderin hatte vor sieben Jahren die Bastelleidenschaft gepackt. Sie präsentierte auf dem Museumsmarkt ihre verzierten Schachteln für Schokolade, Duschgel und vieles mehr.

Sowohl die Besucher als auch Mitarbeiterin Margit Böttcher waren von dem vielfältigen Angebot begeistert: "Unsere erste Museumsweihnacht ist so schön gelungen, gerade, weil es mal etwas ganz anderes war."