Offiziell präsentiert wurde gestern das aktuelle Buch über die Talsperren im Harz und im Land. Es löst den Vorgänger von 1994 ab und wendet sich erstmals auch an Nichtfachleute. Jeder könne und solle nachdenken über die Naturressource Wasser, hieß es, und wie damit umgegangen wird.

Wendefurth. "Wasser ist das einzige Lebensmittel, das direkt in die Wohnung geliefert wird, sauber, stetig, und die Talsperren sind dafür unverzichtbar", sagte Burkhard Henning, Geschäftsführer des Talsperrenbetriebs Sachsen-Anhalts gestern im Informationszentrum in Wendefurth.

Anlass war die Präsentation des jüngsten Buches über die Wasseranlagen im Land mit dem Herzstück im Harz, dem Bodewerk. "Talsperren in Sachsen-Anhalt – Wasser für Mitteldeutschland" heißt der Band und gibt einen Überblick über erstmals alle großen und kleinen Anlagen zur Regulierung des Natur-, Lebens- und Rohstoffes Wasser.

Im Unterschied zu dem bisherigen Standardwerk "Talsperren in Sachen-Anhalt" von 1994 wende sich das neue, 288 Seiten starke Werk nicht nur an Fachleute, sondern auch an Laien, wurde betont, an alle, die mehr über Wasser, seine Bedeutung und seine Bewirtschaftung in Sachsen-Anhalt und vor allem im Harz wissen wollen. "Wir denken, das Thema stößt auf großes Interesse", sagte Ulrich Jahn von einem in Halle beheimateten Verlag, der gemeinsam mit dem Talsperrenbetrieb das Buch samt DVD erarbeitete.

"Die diesmal mehr populärwissenschaftliche Darstellung geht einher mit der wachsenden touristischen Bedeutung unserer Anlagen", ergänzte Henning. Zugleich dokumentiere das neue Buch die Entwicklung der letzten 16 Jahre - etwa mit der Sanierung der Rappbodetalsperre oder mit der Nutzung von Wasserkraft für die Energieerzeugung. "Die Leser sollen die Anlagen sowie unsere Arbeit kennenlernen und zum Nachdenken über Natur, Wasser, Verbrauch angeregt werden. "Meine Perspektive auf die Welt hat sich bei der Arbeit am Buch verändert, weil man sieht, wieviel Arbeit für gutes Wasser nötig ist", gab Jahn gestern zu.

Die neue Talspersperren-Übersicht wurde vereinzelt schon angeboten und ist in Buchläden erhältlich. Demnächst würden alle Schulen im Land angeschrieben, kündigte Henning an, um ihnen diesen aktuellen Wissensspeicher an die Hand zu geben.