Das Interesse an dem 36-Millionen-Euro-Investitionsvorhaben im neuen Wernigeröder Ortsteil Schierke wächst. Bürger möchten "sinnvoll" mit diskutieren und Fragen beantwortet wissen. Die Stadtverwaltung kommt ihnen jetzt entgegen.

Wernigerode/Schierke. Jedes Einzelvorhaben im Entwicklungskonzept für Schierke sollte öffentlich vorgestellt werden. Mit Finanzierungsplan wie Fördergeld, Kredite und Eigenkapital der Stadt. Mit diesem Vorschlag wandte sich Volksstimme-Leser Robert Falke an die Redaktion.

Der Silstedter würden gern "sinnvoll mit diskutieren" und das Investitionsprogramm von rund 36 Millionen Euro für den neuen Wernigeröder Ortsteil "verstehen". Die jüngste Äußerung vom SPD-Stadtrat Rainer Schulze finde er "unredlich". Falke: "Wer Bedenken gegen das Schierke-Konzept äußert, wird von ihm als Verhinderer hingestellt." Dass Bedenken angebracht seien, unterstreiche der Fakt, dass das Vorhaben nur mit Erhöhung der Gewerbesteuer geschultert werden könne (wir berichteten).

"Es ist doch unser aller Geld, dass in Schierke ausgegeben werden soll", merkte Juliane Förster am Lesertelefon an. Die Wernigeröderin wolle deshalb wissen, warum ein neuer Großparkplatz für fast 14 Millionen Euro im Wald gebaut werden müsse. "Kann der Parkplatz Am Thälchen nicht erweitert werden?" Zumal diese Fläche schon versiegelt sei. Bevor wieder Bäume gefällt und eine "Mammutfläche" gerodet werde, sollte jeder Eingriff in die Natur sensibel geprüft werden.

Die Wernigeröderin teile auch die Befürchtung des CDU-Stadtrats Reinhard Wurzel: "Wenn Besucher so weit draußen parken müssen, werden sie dann nicht automatisch aus dem Ort verbannt?"

Antworten auf diese und andere Fragen könnte die öffentliche Präsentation des Entwicklungskonzeptes geben. Wie Peter Gaffert in der Stadtratssitzung ankündigte, soll am morgigen Dienstag um 18 Uhr im Schierker Rathaus eine Ausstellung eröffnet werden. Der Oberbürgermeister: "Wir möchten jedermann vorstellen, wo es in dem Ortsteil hingehen soll." Gaffert wisse, dass das Interesse daran groß sei und wolle so die ehrenamtliche Bürgermeisterin unterstützen. "Grit Hopstock kann nicht ständig Rede und Antwort stehen."