Ein gemütlicher Treffpunkt vor dem Fest ist ein kleiner Weihnachtsmarkt in und vor der alten Schule in Hüttenrode. Zum dritten Mal haben die Gewerbetreibenden des Ortes eingeladen. Die Ortschronisten und die Jagdgenossenschaft öffneten sogar ihre "guten Stuben".

Hüttenrode. "Da hat schon meine Mutter drin gesessen. Und danach alle Generationen", zeigt Renate Konheiser stolz auf einen kleinen blauen Kinderstuhl. Sie hat damit das älteste Stück zur neuen Ausstellung in der Hüttenröder Heimatstube beigesteuert. Der Stuhl stammt aus dem Jahr 1912 und ergänzt eine bunte Sammlung von Kinderspielzeug, die bis in die heutige Zeit reicht. So sind kleine Autos zu sehen, Handpuppen, jede Menge Plüschtiere, Puppenwagen und ein großer Kaufmannsladen. Den hat Werner Saatze vor Jahren vor dem Verschrotten gerettet.

"Da hat schon meine Tochter und mein Enkel mit gespielt", sagt er. Das Alter des Kaufmannsladens lässt sich allerdings nicht mehr genau bestimmen. Vermutlich stammt er aus den 60-er Jahren. Auf alle Fälle schmückt das bestens erhaltene Stück nun den zweiten Raum der Heimatstube in Hüttenrodes alter Schule. "Da haben wir richtig Glück ge-habt, dass wir den Raum bekommen haben", so Werner Saatze. Denn schon das erste Zimmer mit Alltagsgegenständen aus alten Zeiten platzt aus allen Nähten.

So lockt am Sonntagnachmittag nicht nur die Spielzeugausstellung viele Einwohner in die alte Schule. Während die jüngsten Besucher bei den tollen und bestens erhaltenen Puppenstuben strahlende Augen bekommen, werden bei den älteren Erinnerungen wach. "Herrn Kleinert, dem haben wir viel zu verdanken. Der hat für uns immer diese Tiere besorgt", meint Eva Kobus beim Anblick der ausgestellten Spielzeugtiere aus Hartgummi. Die ehemalige Leiterin des Kindergartens kann sich noch gut an die Fahrten in das kleine Spielzeuggeschäft nach Quedlinburg erinnern. "Es ist schön, wenn man diese alten Sachen hier wieder sieht", freut sie sich.

Auch Bürgermeister Gunter Freystein ist sichtlich froh über den guten Zuspruch am Nachmittag. Denn während die Heimatfreunde ihre "gute Stube" im Obergeschoss öffnen, genießen die Besucher im Erdgeschoss Kaffee und selbst gebackenen Kuchen. In der alten Schulküche zeigt die Jagdgenossenschaft ihre Ausstellung alter Landtechnik. Auf dem ehemaligen Schulhof dampfen derweil am Stand von Ulrike Bock Soljanka und Grillwürstchen. Ursula Priebe sorgt gleich nebenan für Glühwein. An einer großen Feuerschale können sich die Besucher ebenfalls wärmen.

Bereits zum dritten Mal laden die Gewerbetreibenden aus dem Ort zu einem kleinen Weihnachtsmarkt ein, der auch für die Kinder einige Überraschungen bereit hält. So werden alljährlich an den Weihnachtsbaum kleine Tüten mit Leckereien für die Jüngsten gehängt. Punkt 16 Uhr gibt Gunter Freystein das Kommando zum Plündern. Und dann gibt‘s auch am vierten Advent kein Halten mehr.

 

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