Auf Vermittlung der Ilsenburger Stadtverwaltung konnten die Kameraden der freiwilligen Feuerwehr aus Karlsruhe eine neue Drehleiter abholen (Harzer Volksstimme berichtete). Sie ist zwar nur bis zum März ausgeborgt, aber danach soll sie durch eine ebenfalls Gebrauchte abgelöst werden.

Ilsenburg (rar). Nach der ausgemusterten alten Drehleiter von einem IFA "W 50" war für die Rettungseinsätze vorübergehend selbst "Gefahr im Verzug". Insofern bestand wochenlang akuter Handlungsbedarf, die Lücke in der Ausrüstungslücke der Ilsenburger Feuerwehr schnellstmöglich zu schließen. Letztlich gelang das aber so schnell, dass etliche Kameraden von ihrem "vorzeitigen Weihnachtsgeschenk" in der Wache selbst überrascht waren. In der Nacht zum Donnerstag war es soweit.

Das Fahrzeug vom Typ "Mercedes" mit der "neuen" Drehleiter hat zwar auch schon 28 Jahre auf dem Buckel, allerdings ist deren Aufbau deutlich jüngeren Datums. Darüber informierte gestern Ilsenburgs stellvertretender Wehrleiter Hans-Henning Seifert auf Nachfrage der Harzer Volksstimme. Die ("Leih–")Leiter sei mit 30 Metern Länge für alle Ilsenburger Rettungseinsätze völlig ausreichend. Im März 2011 soll sie dann durch eine ebenfalls gebrauchte Drehleiter mit ähnlichen Parametern ersetzt werden.

"Qualität der Rettungseinsätze verbessert sich"

Erstmals verfügen die Ilsenburger damit über eine Leiter mit einem eigenen Korb. Von dort lasse sie sich separat steuern, was bisher immer nur vom Fahrzeug aus möglich war. Das sei insbesondere Nachts sowie bei schlechter Sicht durch starken Rauch von großem Vorteil. Zudem könne auf dem Korb ein Wasser- oder Scheinwerfer montiert werden. Auch das war so bisher nicht möglich. Die Leiter kann sogar im negativen Bereich eingesetzt werden, also tiefer als der Standpunkt des Fahrzeuges selbst. Das wäre beispielsweise bei Eiseinbrüchen in tiefergelegenen Seen vonnöten.

Während sich die Kosten für eine neue Drehleiter auf über 800 000 Euro belaufen würden, zahlt Ilsenburg im März für ein regeneriertes Stück nur etwa 250 000 Euro. Der stellvertretende Wehrleiter Hans-Henning Seifert: "Die Qualität unserer Rettungseinsätze verbessert sich mit der neuen Drehleiter um ein Vielfaches."