Wernigerode l Er wollte nicht enden, der Beifall auf dem Hof des Wernigeröder Schlosses. Und immer wieder "Bravo"-Rufe vom begeisterten Publikum.

Die Oper "Martha" bildet in diesem Jahr den Mittelpunkt der 20. Wernigeröder Schlossfestspiele. Ein relativ unbekanntes Stück, obwohl das Werk von Friedrich von Flotow früher zu den beliebtesten Opern gehörte. Der Mut von Festspielorganisator Christian Fitzner und Regisseurin Karin Seinsche wurde belohnt. Die erste Aufführung war ein voller Erfolg. Die Zuschauer ließen sich von der eingängigen Musik, der Komik und den großen Gefühlen auf der Bühne mitreißen. Der ein oder andere verdrückte beim Finale im stimmungsvoll illuminierten Schlosshof sogar eine Träne der Rührung.

"Ich bin sehr, sehr zufrieden", sagte eine überglückliche Karin Seinsche nach der Premiere. "Über den starken Applaus haben wir uns sehr gefreut." Ihr junges Ensemble habe den Beifall verdient. "Selten habe ich mit einem so symbiotisch und menschlich herzlichen Ensemble zusammengearbeitet", so die Regisseurin. Auch Christian Fitzner lobte die Leistung der Solisten und der Wernigeröder Singakademie - um gleichzeitig Selbstkritik zu üben. "Musikalisch müssen wir noch eine Schippe drauflegen, da sind wir noch steigerungsfähig", so der Chef des Philharmonischen Kammerorchesters. Dennoch sei es ein gelungener Abend gewesen.

"Fantastisch", lautete das Fazit von Gastgeber Christian Juranek. "Die Sänger waren einfach großartig." Der Chef des Wernigeröder Schlosses zeigte sich zudem glücklich darüber, dass das Wetter mitgespielt hatte und die Musikliebhaber nach der verregneten "First Night" die Opernaufführung auf dem Schloss genießen konnten.

Nicht ausverkauft

Ein Wermutstropfen waren die leeren Stühle am Premierenabend. "Wir waren nicht ausverkauft", sagte Christian Fitzner. "Das ist schade." Dabei sei das Besucherinteresse noch am Mittwoch bei der öffentlichen Generalprobe so groß gewesen, dass sogar Leute wieder nach Hause geschickt werden mussten. "Sagen Sie es weiter, wenn es Ihnen gefallen hat", ermunterte er deshalb das Publikum. "Und wenn nicht, sagen Sie trotzdem, dass es Ihnen gefallen hat." Auch Regisseurin Karin Seinsche hofft nun auf Mundpropaganda. "Die Oper lohnt sich wirklich, die Musik ist einfach wunderschön."

Weitere Vorstellungen sind am 14.,15., 21. und 22. August um 19.30 Uhr auf dem Schloss und am 12. August um 15 Uhr im Marstall.

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