Mit einem zünftigen Richtfest auf dem Grundstück der ehemaligen Fotofabrik in der Ilsenburger Straße hat sich Christian Linde, Chef der Wohnungsgenossenschaft WWG, gestern bei Handwerkern und Förderern bedankt. Wo einst Fotopapier für die Urlaubsbilder der DDR-Bürger produziert wurde, entstehen 40 barrierefreie Wohungen.

Wernigerode. Wo noch vor wenigen Monaten Abrissbagger und meterhohe Schuttberge das Bild bestimmten, ragen heute drei Mehrfami- lienhäuser in die Höhe. Die Wernigeröder Wohnungsgenossenschaft (WWG) hatte zu Jahresbeginn die Produktionshallen der ehemaligen Film- und Folienfabrik abreißen lassen. Das ehrgeizige Ziel: 40 barrierefreie Wohnungen zu schaffen. Gestern feierte WWG-Chef Christian Linde mit Handwerkern und Förderern Richtfest.

"Nicht einmal zwei Jahre ist es her, dass wir rund 200 Meter entfernt Richtfest feierten", erinnerte sich Sozialdezernent Andreas Heinrich. Seit 2007 entstanden zunächst auf dem Gelände des ehemaligen Elmo-Kindergartens und 2009 auf der Harzgranit-Industriebrache mehrere Wohnkomplexe.

"Eigentlich wollten wir hier erst Anfang kommenden Jahres anfangen zu bauen", erklärte Linde gestern zum Richtfest. Die starke Nachfrage nach altersgerechten Wohnungen habe den WWG-Chef aber umgestimmt. Neben 40 alters- und behindertengerechten Zwei-Raum-Wohnungen werden auch ein Zahnarzt und eine Praxis für Physiotherapie einziehen. Ein Drittel der Mieter stamme übrigens nicht aus Wernigerode, so Linde.

Der WWG-Chef: "Wir setzen auf Bewährtes, gehen aber auch neue Wege." Fahrstühle, Fußbodenheizung, dreifachverglaste Fenster und Wärmerückgewinnung über die Lüftungsanlagen sollen später komfortables Wohnen bei niedrigen Kosten ermöglichen. Zudem wird das Diakonische Werk Halberstadt Betreuungs-angebote für die Mieter anbieten. Kein Muss, erklärte Linde: "Gezahlt wird nur, was sie tatsächlich in Anspruch nehmen."

4,5 Millionen Euro lässt sich die Genossenschaft den Neubau kosten. Trotz der 40 Quartiere bestehe laut Linde immer noch Nachfrage. Deshalb müsse demnächst entschieden werden, wer neuer Einwohner der Ilsenburger Straße wird.