Glück mit dem Wetter sorgte für riesigen Andrang in der Blankenburger Harzkaserne. Tausende Menschen begeisterten sich an moderner Militärtechnik, aber auch Angeboten vieler Vereine der Stadt.

Blankenburg. Eine lange Autokarawane schlängelte sich in Richtung Heers. Nach langer Pause stand zum "Tag der offenen Tür" der Geheimnis umwitterte Stollen der Harzkaserne für Besucher wieder offen.

Dicht umsäumten die Menschen, mit Ohrstöpseln geschützt, auch das Feld, als sich eine Gefechtseinheit Angreifern erwehren musste. Die Schüsse waren auch so noch laut genug. Als einer der Soldaten getroffen wurde, schlug die Stunde der Sanitäter. Sie retteten ihren Kameraden aus dem Schussfeld. Im Schutz des Waldes baute ein Sanitätszug eine Verwundetenversorgung auf. "Ganz toll gemacht", war die einhellige Meinung der Besucher, die später moderne Waffentechnik anschauten. Ein "Leopard" lockte besonders. "Gern hätte ich mich hinein gesetzt", monierte ein Börnecker. Für den Panzer galt: "Nur gucken, nicht anfassen."

Ob Sänger der Singgemeinschaft, Boxer von Stahl oder Hundesportler, viele Blankenburger Vereine brachten sich auf der Bühne oder der Wiese ins Programm ein wie auch die Bergwacht Thale. Sie demonstrierte die Rettung eines Verunglückten vom Felsen. Derweil gaben die SES-Boxweltmeister Ramona Kühne und Robert Sieglitz Autogramme.

"Zum Glück ist es trocken", war Kasernenchef Hartmut Berge froh. Doch anhaltende Schwüle brachte die Rettungsdienste ins Schwitzen. "Mehrere Besucher brachen mit Kreislaufproblemen zusammen", berichteten die Helfer des Blankenburger DRK von echten Rettungseinsätzen. Das befürchtete Verkehrschaos blieb aus. Polizei und Feuerwehren der Stadt hatten die Lage im Griff. Den Mitgliedern der Bundeswehr-Feuerwehr blieb noch Zeit, den Brand von Fett in einem Topf zu demonstrieren. Während das Löschen mit Hilfe eines Deckel als einfachste und zweckmäßigste Möglichkeit angepriesen wurde, zeigten sie auch, was bei Wasser direkt im brennenden Fett passiert: Hoch aufsteigende Stichflammen.

<6>Abends begeisterte die Party-Band "Borderline" aus Weimar noch immer tausende Zuhörer. Doch vor Mitternacht war der gelungene Tag vorbei. "Als Militäreinrichtung wollten wir nicht in den 11. September hinein feiern", erklärte Berge. "Das sind wir den Opfern des Terroranschlags vor zehn Jahren schuldig." Weitere Fotos gibt es unter:

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