Seit zwei Wochen laden Händler, Gastronomen und Musiker zum gemütlichen Beisammensein auf den Wernigeröder Weihnachtsmarkt. Volksstimme hörte sich bei Besuchern, Standbetreibern und Polizei um und fragte nach ihrer ganz persönlichen Halbzeitbilanz.

Wernigerode. "Unter der Woche ist es angenehm, am Wochenende gerammelt voll", fasst Klaus Menger seine Eindrücke vom Wernigeröder Weihnachtsmarkt zusammen. Mehrmals sei er in den vergangenen zwei Wochen mit seinem vierjährigen Neffen zwischen den Buden hin- und hergeschlendert. Gestern zog es den Vermögensberater mit seinen Mitarbeitern an den Glühweinstand. "Wir sind jedes Jahr einmal hier, sozusagen eine Arbeitsbesprechung im Freien."

Waffelbäcker Klaus Dörfert gibt zu, "wir Budenbetreiber waren skeptisch, ob die neue Stand-anordnung gut fürs Geschäft sein wird". Mittlerweile ist der Cattenstedter vom neuen Konzept mit mehr Raum auf dem Marktplatz überzeugt. "Jetzt ist endlich Platz für alle Besucher, und es muss sich niemand mehr durch die Mengen zwängen."

Dieses Halbzeitfazit zieht auch Andrea Drechsler. "Ich wünsche mir aber, dass die Anordnung nächstes Jahr nicht wieder verändert wird." Schließlich hätten sich ihre Stammgäste daran gewöhnt, dass sie am Marktbrunnen steht.

Glühweinverkäufer Henry Kruse gehört seit 20 Jahren zum festen Stamm auf dem Weihnachtsmarkt. "Wir kennen uns, grüßen und helfen uns gegenseitig, wenn mal der Schuh drückt." Das neue Konzept findet er "Klasse". Die Besucher können jetzt "ganz ohne Gedrängel in Ruhe den Markt genießen." Das habe zudem den Vorteil, dass es Taschendieben nicht mehr so leicht gemacht würde zuzugreifen.

"Weder Diebstähle noch Rangeleien haben wir bislang registriert", bestätigt Peter Steffen die Vermutung. Der Polizeihauptkommissar sei deshalb vollkommen zufrieden mit dem Geschehen auf dem Markt und vor seinem Büro auf dem Nicolaiplatz. Dass es zu keinerlei Zwischenfällen gekommen sei, begründet Steffen mit der großen Polizeipräsenz. Neben Kollegen vom Wernigeröder Revier seien auch Bundespolizisten aus Magdeburg und Halberstadt regelmäßig auf "Budenstreife".

Zufrieden mit dem Adventsgetümmel ist auch Corinna Filipski. Die Marketing-Expertin der Wernigerode Tourismus GmbH freut sich über die Gäste aus nah und fern. "Besonders in den Abendstunden ist der Marktplatz gut besucht." Bleibt der Zuspruch bis zum Markt-ende am 22. Dezember so hoch, "können alle zufrieden sein."

   

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