Wie wichtig Informationen aus berufenem Munde sind, zeigte die jüngste Bauausschusssitzung. Zahlreiche Hasseröder erfuhren dort, warum mit dem Ausbau des nächsten Abschnitts der Friedrichstraße nur 14 Parkplätze entstehen können und die Umleitung noch nicht feststeht.

Wernigerode. So voll war die sogenannte Besucherbank im Konferenzraum des Neuen Rathauses noch nie. Rund 30 Bewohner des Wernigeröder Stadtteils Hasserode nutzten die jüngste Bauausschusssitzung, um sich detailliert über den Plan des nächsten Ausbauabschnitts auf der Friedrichstraße und die dafür notwendige Umleitung zu informieren. Auch stellten sie konkrete Fragen zu Terminen, Kostenbeteiligung und ähnliches. Abweichend von der sonst üblichen Verfahrensweise mussten die Bürger nicht auf eine schriftlich zugesandte Antwort warten, sondern bekamen diese sofort aus berufenem Munde.

Die beiden Mitarbeiter des Bauamtes der Stadt, Dagmar Tietz und Armin Barheine, gingen ausführlich auf alle angesprochenen Sorgen und Probleme ein. Ein Schwerpunkt war die Reduzierung von derzeit rund 50 auf 14 Parkplätze am Fahrbahnrand. "Mehr sind definitiv nicht drin", unterstrich Armin Barheine und erläuterte zur Begründung die Vorschriften, die einzuhalten sind. Dazu gehören die Straßenmindestbreite von 6,50 Meter und die Anzahl der zu pflanzenden Bäume. Vorschriften gebe es auch für den kombinierten Geh-Radweg (2,50 Meter), jedoch nicht für die Anordnung von Parkplätzen. "Diese können dort gebaut werden, wo ausreichend Platz ist", so Barheine. Und genau das sei das Problem in diesem Abschnitt, fügte Dagmar Tietz hinzu. Dieser sei etwa einen Meter schmaler als der bereits ausgebaute im Bereich der Hochschule. Wo ein Parkplatz entsteht und wo Bäume gepflanzt werden, darauf haben die Bewohner keinen Einfluss. "Schade", meldete sich daraufhin ein Hasseröder, der nämlich keinen Parktplatz mehr vor seinem Grundstück haben möchte. "Ich tausche ihn gegen Bäume, die ich auch gern selber pflege." Grün sei ihm viel lieber als weiter der Stress mit Scherben und Dreck auf der Parkfläche. "Ständig besteht die Gefahr einer Autopanne."

Zahlreiche Anfragen bezogen sich auf die geplante Vollsperrung zwischen Einmündung Brückenstraße und Kirchstraße, die während des Regenwasserkanal-Einbaus notwendig ist. Konkrete Antworten zur Dauer und auch zur Führung der Umleitung konnten die beiden Stadtangestellten nicht geben. Vor allem deshalb nicht, weil die Umleitungsstrecke noch von den Harzer Verkehrsbetrieben getestet werden muss. "Ist klar, wie die Citybusse fahren können, und hat die Baufirma ihren Ablaufplan festgelegt, folgen die nächsten detaillierten Informationen, für die vom Ausbau betroffenen und jenen, die entlang der Umleitungsstrecken wohnen", sicherten Armin Barheine und Dagmar Tietz zu. Es bestehe zudem die Möglichkeit, ihnen die Anliegen und Fragen im Amt vorzutragen. Eine hat sich erübrigt: "Kein Parkplatz wird gegen Bäume getauscht", hieß es in der Ausschusssitzung.

 

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