Zwei Unfälle zwischen Silstedt und Derenburg in kürzester Zeit bringen Mitarbeiter der Glasmanufaktur in Rage. Sie fragen: "Warum gibt es keine Schilder für Überholverbot und Tempolimit?"

Derenburg l "Es hatte sich schon lange angedeutet", schimpft Eveline Lichters, "nun ist es tatsächlich passiert." Am Montag wurde am Abzweig zur Glasmanufaktur kurz vor Derenburg eine junge Kollegin aus der Glashütte durch einen alkoholisierten Raser verletzt (Volksstimme berichtete).

Immer wieder sorgen schwere Unfälle auf der Straße zwischen Silstedt und Derenburg für verletzte Personen und Fahrzeugschäden, wissen nicht nur Mitarbeiterinnen der Manufaktur. Sie seien schon mehrfach nur knapp einem Zusammenstoß mit rücksichtslosen Autofahrern entkommen. "Wenn man sich blinkend nach links in die Abbiegespur einordnet", beschreibt es Katrin Schwender, "dann schießen trotz Überholverbots noch Fahrzeuge vorbei." Auch im Gegenverkehr würden sie die Linien überfahren.

"Erst gestern schoss mir ein Auto hinter einem abbiegenden Bus auf meiner Spur entgegen", erzählt aufgeregt Andrea Fuchs. "Zum Glück bin ich mittlerweile auf solche Situationen vorbereitet und bremse rechtzeitig."

Was die Frauen stört, sei die Tatsache, dass es weder eine Geschwindigkeitsbegrenzung noch Schilder für das Überholverbot gebe. "Die durchgezogenen Linien auf dem Asphalt sind bei Schnee nicht zu sehen", betonen sie.

"Früher war die Einmündung noch mit 70 km/h begrenzt", erinnern sie sich. Wer die Schilder verschwinden ließ, wissen sie nicht. Eine Anfrage der Volksstimme beim Straßenverkehrsamt der Kreisverwaltung wurde nicht beantwortet, "weil der Mitarbeiter krank sei", hieß es.

"Es muss etwas geschehen", fordern die Frauen, denn "die Raser bringen uns ständig in Lebensgefahr." Sie denken dabei auch an die Schulklassen, die an der Bushaltestellen die Straße überqueren müssen. "Kurioserweise ist die gerade Strecke zwischen Heimburg und Derenburg auf 70 km/h beschränkt", wissen sie und hadern: "Das steht in keinem Verhältnis zu den Gefahren bei uns." Vielleicht könnte man sogar die Schilder von dort umsetzen, schlagen sie kostensparend vor. "Auch die Polizei müsste kontrollieren. Zumal es 2012 noch mehr Verkehr geben könnte, wenn das Streuobstmuseum öffnet. Für die junge Kollegin komme das leider zu spät. "Sie ist krankgeschrieben und ihr Auto schrottreif."