Der Löwe ist weiter in aller Munde, nicht zuletzt dank der Klage der Stadt Blankenburg und der angekündigten Hilfe durch das Kultusministerium. Die Gemälde aus dem Kaisersaal sind bereits abgeholt, doch was folgt noch? Das fragen sich besorgte Einwohner. Volksstimme-Redakteur Andreas Bürkner sprach deshalb mit Bürgermeister Hanns-Michael Noll.

Volksstimme: Die Liste ist doch länger als bekannt. Was beansprucht der Herzog Ernst August zu Hannover denn noch? Hanns-Michael Noll: Es gibt eine Liste von Dingen, für die wir bis 2014 ein Nießbrauch-Recht besitzen, darunter ist beispielsweise auch der Löwe.

Voksstimme: Was ist darunter zu verstehen?

Hanns-Michael Noll: Diese Sachen werden uns bis Ende des genannten Jahres zur Verfügung gestellt, damit wir sie öffentlich ausstellen. Danach könnten sie aus Blankenburg vom Eigentümer abgeholt werden.

Volksstimme: Wie ist denn "könnten" zu verstehen?

Hanns-Michael Noll: Nach dem Gespräch mit dem Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt hat dieses zugesichert, über für Blankenburg bedeutsame Dinge nochmals verhandeln zu wollen. Das betrifft sowohl die Löwenplastik als auch weitere Objekte wie das Taufbecken der Schlosskapelle, den Opferstock aus Sandstein mit Holzkasten, Gemälden und weitere Dinge aus dem Großen Schloss.

Volksstimme: Gibt es auch für die bereits abgeholten Gemälde eine Chance, sie zurückzubekommen?

Hanns-Michael Noll: Wir werden sie auf alle Fälle erneut ins Spiel bringen, weil sie einfach zu den extra dafür abgefertigten Stuckrahmen im Kaisersaal gehören. Doch ob das nach der Aktion noch gelingt, bleibt fraglich, zumal sie nicht städtisches, sondern Bundeseigentum sind.

Volksstimme: Gibt es noch weitere Ansprüche?

Hanns-Michael Noll: Das Landesverwaltungsamt soll entschieden haben, dass sein Anspruch auf die Kanzel, welche sich jetzt in der Kirche im Georgenhof befindet, abgelehnt wird. Doch da es sich um Kircheneigentum handelt, haben nicht wir als Stadt, sondern die Kirche die Schriftstücke dazu erhalten.

Volksstimme: Wie geht es nun weiter?

Hanns-Michael Noll: Über jedes Stück entscheidet das Landesverwaltungsamt einzeln. An uns liegt es, die historische Bedeutung für die Stadt nachzuweisen. Die Chancen erhöhen sich, wenn die ausgleichenden Angebote, sprich Ausgleichszahlungen, des Landes für die Hannoveraner interessant sind. Das war wohl bei den sieben Gemälden nicht der Fall.

Volksstimme: Letzte Frage: Bleibt der Löwe in Blankenburg?

Hanns-Michael Noll: Die Entscheidung steht noch aus, aber ich bin überzeugt, wir schaffen es.