Seine Ausbildung und Arbeit als Fleischer war nur dem Hunger geschuldet, sagt Manfred Franze. Die Holzbearbeitung hat eine lange Familientradition. Als Hobby-Schnitzer verschönerte der Blankenburger schon viele Stellen in der Stadt, wie jüngst im Regenstein-Wohngebiet.

Blankenburg l "Das habe ich aus einer im Birkental gefundenen Wurzel angefertigt", erklärt Manfred Franze die geschwungene Figur eines Frauenkörpers. Der Blankenburger ist ein begnadetes Schnitz-Talent.

"Am liebsten schnitze ich Reliefs."

Manfred Franze

Kurioserweise setzt er damit eine alte Familientradition fort, denn "meine Vorfahren haben als Tischler und Drechsler ihren Lebensunterhalt verdient." Er aber absolvierte eine Lehre zum Fleischer.

"Als ich jung war, gab es noch Marken für Wurst und Fleisch",

begründet er seinen Werdegang. "Nur wegen des Hungers in der Familie habe ich mich für diesen Beruf entschieden", erläutert er und sei später dabei geblieben.

Schon als Kind habe er seine Phantasie aufs Holz übertragen und sich so sein Spielzeug selbst hergestellt, erzählt der rüstige Rentner, während er immer wieder neue Ergebnisse seines Hobbys präsentiert.

Hart geschnittene Gesichter von Männern scheinen seine bevorzugten Objekte zu sein, wie es auch "Der Falkner" zeigt, der seit dieser Woche mitten auf einer Wiese im Regenstein-Gebiet steht. Doch er winkt ab: "Am liebsten schnitze ich Reliefs." Als sein Meisterstück nennt er seine Nachbildung der Teufelsmauer.

"Es ist toll, dass er solch schönen Figuren gestalten kann."

Marianne Zaake

Dank der Unterstützung von Hans Klingner, der ihm das Holz spendierte, konnte er den drei Eulen auf Säulen, die er schon im Sommer auf der Rasenfläche aufgestellt hatte (die Volksstimme berichtete), nun mit dem Vogel-Experten aus Holz auch noch einen Aufpasser an die Seite stellen.

"Es ist toll, dass er solch schöne Figuren gestalten kann",zeigt sich Marianne Zaake von der Wohnungsgenossenschaft Blankenburg begeistert, die sich für die Überlassung der Figur bei Manfred Henze mit einem Blumenstrauß bedankte.

Auch seine Wander- und Ausflugsfreunde vom Harzklub hat er schon oft mit seinem Können beeindruckt. "Das sind doch nur Kleinigkeiten", sagt der 70-Jährige bescheiden. Dabei zieren beispielsweise seine in diesem Jahr zum Renner gewordenen "ständig brennenden Kerzen" aus Birkenholz schon viele Wohnzimmer und sogar Schaufenster zur Weihnachtszeit.

So viel Lob will Manfred Franze gar nicht hören: "Viel wichtiger ist es doch, dass ich Menschen eine Freude bereite."

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