Wernigerode/Berlin l Die Hochschule Harz hat im Wettbewerb "Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) mit dem innovativen Weiterbildungskonzept "Offene Hochschule Harz - Programmentwicklung, Anrechnungsberatung, Netzwerkbildung" überzeugt. Deshalb gab jetzt eine feierliche Auftaktveranstaltung des BMBF in Berlin den Startschuss für das Projekt. "Wir freuen uns sehr, dass die Gutachter unseren Vorschlag aus den knapp 170 eingereichten Bewerbungen ausgewählt haben", betonte Prof. Dr. Folker Roland, Prorektor für Studium, Lehre, Weiterbildung und Qualitätsmanagement. Und: "Ziel unseres Projektes ist die Entwicklung und Erprobung von berufsbegleitenden Studiengängen als auch anderen akademischen Weiterbildungsangeboten, die sich auch an Interessierte ohne Abitur oder Fachabitur richten." Außerdem soll Berufstätigen der Einstieg ins Studium erleichtert werden, indem Richtlinien zur Anrechnung außerhochschulisch und speziell beruflich erworbener Kompetenzen beim Einstieg erarbeitet werden. Ein wichtiges Fundament des Konzeptes ist die Anbahnung von Kooperationen mit anderen Bildungseinrichtungen, Unternehmen und Institutionen. Insgesamt fördert das Bundesbildungsministerium ab sofort 26 Verbund- und Einzelvorhaben an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen für die Dauer von maximal dreieinhalb Jahren. Projektträger ist die VDI/VDE Innovation+Technik GmbH.

"Wir wollen auch staatlich geprüfte Techniker motivieren"

Marco Lipke, Leiter TransferZentrum

Die Umsetzung und Gestaltung wird zukünftig in enger Zusammenarbeit zwischen den drei Fachbereichen der Hochschule Harz, dem TransferZentrum Harz und zahlreichen regionalen Kooperationspartnern geschehen. Inhaltlich stehen die Komplexe Energie- und Versorgungswirtschaft, Ingenieurstudium für Techniker sowie Wirtschaftsförderung im Vordergrund.

"Auf der Basis einer gemeinsamen Bedarfsanalyse mit der Halberstadtwerke GmbH soll beispielsweise ein Programm ausgearbeitet werden, welches Mitarbeitern von Stadtwerken eine passgenaue interdisziplinäre Weiterbildung ermöglicht", erklärte Dipl.-Kfm. (FH) Marco Lipke, Leiter des TransferZentrums Harz. Die Überlegungen im Bereich des Ingenieurstudiums stützen sich vor allem auf den immer größer werdenden Fachkräftebedarf in Sachsen-Anhalt. Lipke: "Um diesem Trend zu begegnen, wollen wir auch staatlich geprüfte Techniker motivieren, berufsbegleitend ein Ingenieurstudium aufzunehmen, und dabei in geeigneter Weise Leistungen aus der Technikerausbildung für das Studium anerkennen." Im dritten und letzten Arbeitsfeld, der Wirtschaftsförderung, geht es um die Schaffung eines akademischen Weiterbildungsangebotes, welches ein breites Themenspektrum von den Wirtschafts- und Verwaltungswissenschaften bis hin zur Regionalökonomie und Wirtschaftsgeographie abdeckt. "Hierbei sollen sowohl einzelne Kurse und Veranstaltungen als auch ein eigenständiger, berufsbegleitender Masterstudiengang konzipiert werden", schilderte Marco Lipke.