Das Wernigeröder Stadtfeld-Gymnasium erstrahlt in neuem Glanz. Zwar wird die gut vier Millionen Euro teure Sanierung noch bis zum Herbst 2012 andauern. Schulleiter Günter Mebert kann aber bereits jetzt eine erfolgreiche Zwischenbilanz ziehen.

Wernigerode l "Wer von außen guckt, der sieht nicht mehr, dass dieses Haus mal vom \'Typ Erfurt\' war." Für Günter Mebert ist dieser Satz zuletzt zu einer Art Formel geworden, um den heutigen Zustand des Stadtfeld-Gymnasiums zu beschreiben. Der Schulleiter führt sichtlich stolz durch den neu errichteten Anbau. Kreis-Bildungsdezernent Ulrich Senge, Schulamtsleiterin Margrit Kaufmann und Michael Leja als Chef des Amtes für zentrale Gebäudeverwaltung sind sichtlich beeindruckt.

"Die Aula ist das Glanzstück. Wir hatten ja keine."

Günter Mebert, Schulleiter

Nach 19 Jahren Warten (wir berichteten) konnte am 10. August 2010 der Grundstein für die Erweiterung der Einrichtung gelegt werden. Der erste Schultag in vier neuen Räumen und der ebenfalls errichteten Aula war am 25. August 2011. Gut vier Millionen Euro teuer wird das Gesamtvorhaben. Etwa 3,21 Millionen Euro stammen aus dem Schulbauförderprogramm der Europäischen Union. Kreis-Pressesprecher Manuel Slawig berichtet: "Bisher wurden rund 2,3 Millionen Euro verbaut.

Günter Mebert zeigt seinen Gästen die vier neuen Klassenzimmer für Musik und Kunst. Der Schulleiter präsentiert den durch eine Zwischenwand teilbaren Saal, in dem bis zu 250 Besucher Platz finden. Mebert: "Die Aula ist das Glanzstück. Wir hatten ja keine." Die Musiker des Philharmonischen Kammerorchesters Wernigerode haben darin bereits ein Konzert gegeben und sich von der ausgezeichneten Akustik geradezu begeistert gezeigt.

Moderne Toiletten, ein Behinderten-WC und ein Fahrstuhl gehören ebenfalls zu diesem ersten Teil des Projekts. Die gesamte Schule ist jetzt bis zum ersten Obergeschoss barrierefrei. Über eine Außentreppe kann auch das neue Dach von kleinen Gruppen, zum Beispiel für astronomische Beobachtungen genutzt werden.

Laut Slawig laufen seit Juli die Arbeiten zur Sanierung des Altbaus mit dem Einrüsten des Innenhofes. Am 19. November konnten die ersten acht Klassenräume freigegeben werden. Dabei entstanden unter anderem ein Fachkabinett für Biologie, eines für Sprachen sowie im Erdgeschoss eine Bibliothek.

Fertiggestellt wurden inzwischen ebenfalls die Wärmedämmfassade einschließlich der Anlagen für den Sonnenschutz und neue Fenster in allen Treppenhäusern. Komplettiert wird dieser Abschnitt durch eine Brückenkonstruktion in der dritten Etage. Sie erleichtert den Klassenraumwechsel zwischen den beiden Flügeln des Gebäudes. Bis zum Herbst 2012 soll die Sanierung abgeschlossen sein.

"Das ist eines der wenigen Vorhaben unter laufendem Betrieb", sagt Ulrich Senge. Diese ansonsten unübliche Verfahrensweise "bedarf erheblichen Verständnisses bei allen Beteiligten", betont der Dezernent. "Dafür herzlichen Dank an Schüler und Lehrer."

"Was hier umgesetzt worden ist, kann sich schon sehen lassen."

Michael Leja, Amtsleiter

Michael Leja teilt diese Sicht. Der Amtsleiter: "Das ist eine besondere Herausforderung gewesen." Was im Stadtfeld-Gymnasium planerisch und baulich umgesetzt worden ist, "das kann sich schon sehen lassen". Wenn auch die benachbarte Pestalozzi-Schule vollendet sei, dann habe Wernigerode hier einen ausgezeichneten Standort im Bereich Bildung.

Für Günter Mebert bedeutet "sein" neues Haus ohnehin eine deutliche Aufwertung für das gesamte Wohngebiet. Der Leiter: "Wir haben modernste Technik. Das sichert maximale Lernerfolge." Und: "Ich bin immer wieder begeistert."

Der damals nötige Umzug der 5. und 6. Klassen in die August-Hermann-Francke-Schule nach Hasserode sei von vielen schon skeptisch gesehen worden, gesteht Mebert ein. Aber: "Im Nachhinein haben sich dazu alle positiv ausgesprochen." Und die "Großen" hätten jetzt in der Berufsschule "eine ganze Etage für sich". Dank der optimalen Kooperation mit deren Leitung.

Derzeit werden nach Angaben des Leiters 560 Schüler in 23 Klassen von 50 Stamm- und 20 Gastlehrern am Stadtfeld-Gymnasium unterrichtet. Sie sind spätestens dann wieder unter einem Dach vereint, wenn die Einrichtung mit dem ersten Klingelzeichen für das Lernjahr 2012/13 tatsächlich komplett ist.

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