Wernigerode l Zweieinhalb Jahre währende Debatten und Verhandlungen haben gestern ein Ende gefunden. Mit ihren Unterschriften besiegelten Oberbürgermeister Peter Gaffert und Tobias Reulecke, Präsident von Germania Wernigerode, die Übergabe des Sportplatzes am Kohlgarten in die Hände des Fußballvereins.

"Es ist ein großer Tag für uns und eine Zäsur in der Vereinsgeschichte", wertete Tobias Reulecke die Vertragsunterzeichnung und bedankte sich besonders bei seinen Vereinsmitgliedern. "Es war nicht ganz einfach, sie von diesem Schritt zu überzeugen", gestand er. Zudem dankte er der Stadtverwaltung für "harte, aber faire Verhandlungen". "Wir sind dabei an unsere Grenzen gegangen", sagte Reulecke.

Der Vertrag, der auf 25 Jahre ausgelegt ist, sieht vor, dass der Fußballverein die Sportanlage Kohlgarten ab 1. Januar in Eigenregie übernimmt. Dazu zählt sowohl der Rasenplatz, als auch die angrenzende Tartanbahn samt Kleinspielfeld. Wie Kerstin Trute, im Rathaus für die städtischen Liegenschaften zuständig, erläuterte, zahlt die Stadtverwaltung dem Verein einen jährlichen Zuschuss zu den Bewirtschaftungskosten. Über die Höhe wurde Stillschweigen vereinbart.

Großes Ziel ist es, auf dem Kohlgarten einen Kunstrasenplatz zu bauen, um wetterunabhängig trainieren und spielen zu können. Wie Vorstandsmitglied Christian Lindner erläuterte, ist der gestern unterzeichnete Vertrag auch Grundlage für die Bewilligung von Fördergeld vom Land. "Wir gehen davon aus, dass wir im nächsten Jahr die Zusage bekommen". Gibt es Grünes Licht aus Magdeburg, werde sich auch die Stadtverwaltung an den Neubaukosten beteiligen.

Wie Christian Lindner betonte, werde sich an der Nutzung der Anlage durch andere Vereine und den Schulsport künftig nichts ändern: "Die Übernahme und der Bau des Kunstrasenplatzes ist kein Germania-Projekt, sondern ein Projekt für den gesamten Sport in Wernigerode."