Das bisher auf Niedersachsen und Thüringen begrenzte Mountainbikenetz wird in den Ostharz erweitert. Vertreter aus Wernigerode, Ilsenburg, Blankenburg und Oberharz am Brocken haben dazu einen Vertrag abgeschlossen.

Wernigerode l Die Unterzeichnung des Abkommens im Rathaus der bunten Stadt war kein Zufall. Die Wernigeröder haben die Federführung in der von ihnen mit Blankenburg, Ilsenburg und Oberharz am Brocken gebildeten Arbeitsgemeinschaft "Mountainbikenetz" übernommen.

"Ich bin froh, dass die gesamte Ostharzseite dieses Einvernehmen erzielt hat", begrüßte Peter Gaffert seine Gäste am Dienstagnachmittag. Der Oberbürgermeister: "Heute fahren immer mehr Menschen mit teuren Rädern schwierige Berge hoch." Deshalb birgt eine gemeinsame Vermarktung viele Vorteile.

Der Vertrag mit den drei Nachbarstädten ist wichtig, "um gegenüber unserem Partner mit einer Stimme sprechen zu können". Dieser heißt "Volksbank Arena Harz" und deckt im Wesentlichen Niedersachsen mit diesem Angebot für die Pedalritter ab. Durch den jetzt erzielten Lückenschluss wächst das Routennetz um rund 55Kilometer, davon entfallen auf Wernigerode etwa 25Kilometer.

Einen besonderen Dank richtete Gaffert an Bianca Cöster vom Stadt-Planungsamt, die die Gründung der Arbeitsgemeinschaft vorbereitet hatte.

"Wir haben überregional ein Zeichen gesetzt."

Hanns-Michael Noll, Blankenburg

Sichtlich zufrieden darüber zeigte sich Hanns-Michael Noll. Blankenburgs Rathauschef: "Wir freuen uns über die Zusammenarbeit, denn wir haben hier ein überregionales Zeichen gesetzt." Weitere Gemeinden sind laut Noll herzlich willkommen, sich dem anzuschließen.

"Ilsenburg ist aus touristischer Sicht ein Schwergewicht", befand Denis Loeffke. Wenngleich auch nicht ein so bedeutendes wie Wernigerode. Der Aufstieg durch das Ilsetal zum Brocken ist aus Sicht des Bürgermeisters einer der schönsten überhaupt. Zudem widmet sich ein Fünf-Sterne-Haus in der Ilsestadt bereits speziell den Wünschen der Mountainbiker. Dieses Segment könne durch die jetzt geknüpfte Verbindung nach Niedersachsen ausgebaut werden.

"Ein erhebliches Potenzial" sieht auch Roland Krebs. Der Vize-Bürgermeister und Ordnungsamtsleiter der Oberharzstadt war für seinen erkrankten Chef Frank Damsch nach Wernigerode gereist. Krebs: "Das ist ein Anfang, an dem wir weiterarbeiten müssen. Nur dann wird es eine Erfolgsgeschichte."

Wie Bianca Cöster erläuterte, werden die Kosten für die Unterhaltung der Wege für jedes Mitglied mit 20Euro pro Kilometer gesplittet, das sei zu verkraften. Für Blankenburg liegen sie laut Bürgermeister Noll bei etwa 550Euro im Jahr. Der Ilsenburger Loeffke nannte rund 300Euro.

Am 19.Januar soll der Vertrag mit der "Volksbank Arena Harz" - übrigens erster Preisträger der Harzer Tourismus Biennale - in Bad Lauterberg unterzeichnet werden. Peter Gaffert beschwor dafür noch einmal die Bündelung der Kräfte bei der Werbung um Touristen. Wernigerodes Oberbürgermeister: "Wir stehen eher zu anderen Mittelgebirgen in Konkurrenz als untereinander."