Die Christusgemeinde Wernigerode-Hasserode und die Schierker Gemeinde fusionieren. Ab 1. Januar zählt die neue Gemeinde "Wernigerode-Schierke" rund 1200 Mitglieder.

Wernigerode/Schierke l Seit fast 140 Jahren besteht zwischen den Kirchgemeinden Schierke und Hasserode eine Zusammenarbeit (siehe Infokasten). Am 1. Januar mündet diese gemeinsame Geschichte in einer Fusion. Aus der Kirchgemeinde Schierke und der Christusgemeinde Wernigerode-Hasserode entsteht die Evangelische Christusgemeinde Wernigerode-Schierke. So hat es die Abstimmung bei einer gemeinsamen Sitzung beider Gemeinderäte im August ergeben. Es fehlte allein noch am grünen Licht der Landeskirche, das aber prompt folgte. Die neue Gemeinde wird rund 1200 Mitglieder stark sein. Ergibt - hinsichtlich der Finanzen - ein Plus von fünf Prozent.

Bereits der Name soll laut Kirchenrat Dr. Uwe Heuck vom Versprechen künden: "Schierke bleibt Schierke". Man wolle die rund 100Schierker Mitglieder nicht unterbuttern, so Heuck. Doch eine Fusion sei - schon allein mit Blick auf den demografischen Wandel - sinnvoll gewesen.

Bereits seit fast zehn Jahren predigten Pfarrer zunächst unter anderem aus Elend und seit 2002 aus Hasserode in der Bergkirche. Damals war Schierkes Pfarrer Lohmann in den Ruhestand gewechselt. Doch nicht nur dieser Umstand habe den Kirchenrat zum Zusammenschluss bewogen. Heuck: "Eine eigenständige Kirchengemeinde für 100 Kirchgänger aufrecht zu erhalten, ist unwirtschaftlich." Denn Gemeinden werden abhängig von ihrer Größe an den Einnahmen aus der Kirchensteuer beteiligt. Heißt: Umso kleiner die Gemeinde, umso geringer die Zuwendungen. Es sei das "wirtschaftliche Gebot der Stunde" gewesen, die Schierker aufzunehmen.

"Wenn alles gut geht, haben wir zu Pfingsten einen neuen Pfarrer."

Kirchenrat Dr. Uwe Heuck

Beschlüsse über Haushalt, Veranstaltungsangebote, Bauarbeiten, Gottesdienstgestaltung etcetera waren ohnehin seit 2002 in Hasserode gefasst worden. Dennoch war der Schierker Kirchgemeinderat selbständig und aktiv. "Für ihre geleistete Arbeit kann ich mich bei Dr. Irmgard Rau und Lieselotte Neujahr sowie ihren Mitstreitern nur herzlichst bedanken. Ihrem Engagement ist es zu verdanken, dass die kleine Gemeinde über all die Jahre am Leben blieb. Sie haben sich trotz ihres Alters rührend um ihre Kirche gekümmert." Nun sei aber die Zeit gekommen, die Frauen von ihrer schweren Bürde zu befreien. Dazu zähle auch Ortsbürgermeisterin Christiane Hopstock, ebenfalls Kirchenratsmitglied und "ohnehin mit vielen schweren Aufgaben bedacht".

Heucks Wunsch nach soll die Fusion ein "möglichst schmerzarmes Zusammengehen" beider Gemeinden sein, das auf dem Wohlwollen beider Einrichtungen beruhe. "In Hasserode sind sich alle einig: Die Schierker Identität soll bleiben." Und: "Sogar die Postadresse bleibt." Vielmehr könne die Christusgemeinde jetzt werben als höchstgelegene Kirchgemeinde Norddeutschlands.

Es werde 2012 keinen Abbruch bei Gottesdiensten (Zwei-Wochen-Rhythmus) und Gemeindeveranstaltungen in der Bergkirche und dem benachbarten Pfarrhaus geben. "Eher sogar ein Plus", betont Heuck. Hoffnung hinsichtlich der Gottesdienstgestaltung liege auf der Neubesetzung der vakanten Pfarrerstelle. Bereits im November hatte sich Peter-Michael Schmudde bei Gottesdiensten in beiden Häusern vorgestellt. Eine weitere Bewerbung liege bereits auf dem Tisch. "Wenn alles gut geht, haben wir zu Pfingsten einen neuen Pfarrer", so Heuck.

Schierkes Bergkirche könnte im Rahmen der Ortsumgestaltung wieder mehr in den Fokus rücken. "Vorstellbar ist, Kirche und Pfarrhaus für öffentliche Veranstaltungen zur Verfügung zu stellen." Natürlich nur, solange diese nicht völlig vom Kirchencharakter abweichen.

Bereits in diesem Jahr erledigt wurden erste Arbeiten an der 1881 eingeweihten Kirche. Nachdem im Sommer/Herbst dank finanzieller Unterstützung der Sparkassenstiftung und des Kirchenkreises Halberstadt der Turm von außen saniert wurde, soll im kommenden Jahr das Kirchenschiff zur Baustelle werden.