US-Schauspieler Fred Williamson hat einen neuen Actionfilm im Vorharz gedreht. In Wegeleben stand der Hollywoodstar drei Wochen lang für das Projekt "Atomic Eden" des Schadelebener Produzenten Nico Sentner vor der Kamera.

Wegeleben l Am meisten gefallen Fred Williamson die Atmosphäre in Wegeleben und der eigene Charakter des kleinen Vorharz-Ortes. Drei Wochen lang hat der Hollywood-Schauspieler ("From Dusk Till Dawn", "Starsky Hutch") für Dreharbeiten zum neuen Filmprojekt des Schadelebener Produzenten Nico Sentner in dessen Heimatort im Salzlandkreis gewohnt. Auf dem Gelände des ehemaligen Betonwerkes Wegeleben haben Williamson und Sentner den Actionfilm "Atomic Eden" (Arbeitstitel) gerade abgedreht.

"In Kalifornien, wo ich herkomme, ist alles aus Stahl und Glas, hier nicht", schwärmt Williamson. Auch die Menschen in Deutschland seien ganz anders als die Amerikaner. "In den Staaten fahren sie einen Chevrolet und wollen eines Tages einen Rolls Royce haben. Die Menschen hier, auch wenn sie ein kleines Auto fahren, wollen dieses das ganze Leben pflegen", fügt er hinzu. In den USA hätten die Menschen dagegen das Verlangen, immer mehr zu besitzen. "Das erlaubt dir manchmal nicht, das zu schätzen, was du hast", sagt er.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Fred - Spitzname "The Hammer" - Williamson zusammen mit Nico Sentner einen Film im Vorharz gedreht. Als Schauspieler und Co-Produzent stand er 2011 in Hedersleben für den Kurzstreifen "Dark Stories" vor der Kamera. Damals spielte er einen Arzt. In "Atomic Eden" ist er nun in Spielfilmlänge an der Seite von Schauspieler und Stuntman Mike Möller als Anführer einer Gruppe von Söldnern unterwegs, um etwas Wertvolles aus einem Minentrakt in Tschernobyl zu holen. Die dritte Haupt- rolle spielt das japanische Model Hazuki Kato.

Ein ehemaliges Heizkraftwerk auf dem Gelände des alten Wegelebener Betonwerks diente als Kulisse für den Minentrakt. Das Werk war zwar Anfang der 1990er Jahre geschlossen worden - die Räume und das Gelände wurden allerdings so hinterlassen, wie sie waren. Ob Bauschutt, alte Möbel, Chemikalienbehälter oder Nacktbildchen im Mitarbeiterspind - das Filmteam ließ absichtlich alles so, wie es war. "Die Kulisse ist perfekt. Man brauchte nichts verändern", erklärt Fred Williamson.

Beeindruckt haben den 74-Jährigen auch die Kochkünste von Ilona Sentner. Die Mutter von Nico Sentner hat die Crew während der Drehzeit bewirtet. "Ich nenne sie Mama", sagt Williamson. "Sie hat das gekocht, was das Team wollte. Für mich hat sie zum Beispiel Apfelstrudel gebacken", schwärmt er. Nicht gefallen habe ihm dagegen das deutsche Bier. "Es ist nicht kalt genug. Für mich ist Bier erst dann kalt genug, wenn es beim Trinken wehtut", scherzt der Schauspieler.

Am Donnerstag ist Fred Williamson zusammen mit Nico Sentner nach Berlin gereist. Dort wollen sie mit möglichen Investoren über ihr nächstes gemeinsames Filmprojekt sprechen. "Wir wollen einen größeren Film produzieren", erklärt Williamson. "Nico will sich weiterentwickeln, er muss wachsen. Vielleicht wird der nächste Film in Halberstadt gedreht", fügt er hinzu.

Er und Sentner seien inzwischen nicht nur Geschäftspartner, sondern auch Freunde geworden. "Er ist mittlerweile mein Mentor", sagt Sentner. Über die Zusammenarbeit mit dem 29-jährigen Schadelebener sagt Williamson: "Er ist noch jung und muss noch lernen. Aber wir alle müssen unser Leben lang lernen."

Voraussichtlich im Sommer nächsten Jahres soll "Atomic Eden" fertig geschnitten sein. Ob der Streifen auch in Deutschland zu sehen sein wird, entscheidet sich noch.