Werden Frauen Opfer häuslicher Gewalt, bietet das Sozialamt Zuflucht in einer Schutzwohnung an. Die Wernigeröder C A-Filiale unterstützt das Amt bei dieser Arbeit mit 2000 Euro.

Wernigerode l Häusliche Gewalt ist ein Tabuthema, das gern totgeschwiegen wird. Dennoch - auch in Wernigerode ist Gewalt gegen Frauen traurige Realität. Zuflucht bietet die Frauenschutzwohnung. "Zu jeder Tages- und Nachtzeit nehmen wir Frauen auf, die sich bedroht fühlen", sagt Sozialamtsleiterin Petra Fietz. Gerade an Feiertagen wie Ostern und Weihnachten würde es vermehrt zu Gewaltausbrüchen und damit zu Notsituationen in Familien kommen. Meist wird dann die 110 gewählt. Die Polizei vermittelt in Not geratene Frauen an die Schutzwohnung weiter. Drei Mitarbeiterinnen teilen sich die 24-Stunden-Bereitschaft, sind telefonisch rund um die Uhr erreichbar.

Eine davon ist Carola Stockmann. "Gewalt gab es leider schon immer", sagt sie. "Wahrscheinlich ist der Mensch so strukturiert." Viele gepeinigte Frauen würden nicht sofort nach dem ersten Schlag die Koffer packen. "Sie hoffen, dass es sich um einen einmaligen Ausrutscher handelt." Oftmals sei es jedoch so, dass beim Partner nach dem ersten Schlag die Hemmschwelle sinkt und die Gewaltausbrüche von Mal zu Mal heftiger werden. Glücklicherweise würden sich immer mehr Frauen Hilfe holen. "Das zeigt, dass sie uns vertrauen. Die Frauen werden bei uns mit all ihren Problemen ernstgenommen", sagt Carola Stockmann. "Wir sind keine Richter, die Hintergründe sind uns oft unbekannt. Aber Gewalt darf nicht sein - egal was vorgefallen ist."

In einem Krisengespräch werde versucht, die Wünsche der Frauen zu erkunden: Anzeige zu erstatten, eigene Wohnung, Anwalt, Prozesskostenhilfe - "Wir beraten und begleiten die Frauen, die bei uns Schutz suchen", so Carola Stockmann. Oft hätten sie, wenn sie aus ihrer Wohnung flüchten, weder Ausweis, noch ausreichend Kleidung und Nahrungsmittel dabei. "Wir arbeiten deshalb eng mit der Kommunalen Beschäftigungsagentur, dem Weissen Ring, dem Paritätischen und dem Jugendamt zusammen."

Auch die Wernigeröder C A-Filiale will helfen. Deshalb überreichte Filialleiterin Ute Glanz kürzlich einen Spendenscheck über 2000 Euro für die Frauenschutzwohnung. Bundesweit hat die C A-Foundation eine Million Euro für soziale und wohltätige Zwecke gespendet - jeweils 2000 Euro pro Niederlassung. "Mit der Spende wollen wir zeigen, dass sich unser Unternehmen mit Wernigerode verbunden fühlt und einen Beitrag leisten möchte, der über unsere eigene Arbeit hinausgeht", so Ute Glanz.

Das Geld können Petra Fietz und ihre Kolleginnen gut gebrauchen. "Immer öfter suchen Frauen zusammen mit ihren Kindern Schutz bei uns." Mit der Spende könne die Wohnung kindgerechter eingerichtet, die Außenspielanlage gestaltet und vielleicht eine neue Waschmaschine angeschafft werden. Die Schutzwohnung sei wie eine Wohngemeinschaft eingerichtet, mit mehreren Schlafzimmern, gemeinsamem Bad und Gemeinschaftsküche. Wie lange die Frauen dort Schutz suchen, sei von Fall zu Fall unterschiedlich. "Wir unterstützen sie in dem Weg zurück in die Selbständigkeit", sagt Petra Fietz. "Egal, wie lange es dauert."

 

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