Der dritte Bauabschnitt am Veckenstedter Pfarrhaus ist seit wenigen Tagen beendet (Harzer Volksstimme berichtete). Für Pfarrer Daniel Keiling und dessen Familie ist damit das Leben auf einer Baustelle mit all den dazugehörigen Beeinträchtigungen weitgehend überstanden. Die Verantwortlichen nahmen den sichtlichen Baufortschritt kürzlich zum Anlass für eine Besichtigung.

Veckenstedt. Die Erleichterung ist Pfarrer Daniel Keiling mehr als deutlich anzumerken. Glich doch der Alltag in "seinem" Veckenstedter Pfarrhaus über viele Monate einem Leben inmitten einer Baustelle – Lärm und Dreck inklusive. Doch das hat nun weitgehend ein Ende. Immerhin ist nach der äußeren und inneren Sanierung jetzt lediglich der künftige Gemeinderaum noch nicht fertig.

"Wichtiges Zentrum für evangelische Christen"

Dabei schienen die Besucher während der Besichtigung vor wenigen Tagen ziemlich exakt jenen zu entsprechen, die auf ihre ganz spezielle Weise mit dafür gesorgt hatten, dass das Fachwerkhaus wieder in neuem Glanz erstrahlt. Und das gerade noch rechtzeitig vor dem frühen Wintereinbruch.

Veckenstedts Pfarrhaus stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. "Seitdem ist es ein wichtiges Zentrum für die evangelischen Christen im Ort", so Pfarrer Daniel Keiling.

Bereits 2005 war mit dem ersten und seinerzeit noch von der Kirche eigenfinanzierten Bauabschnitt am Pfarrhaus begonnen worden.

Damals war es allerdings lediglich um die "Herstellung der Bewohnbarkeit" der Pfarrwohnung gegangen, meinte der Geschäftsführer von "Planungsring" Mario Kowalsky rückblickend. 2008 wurde mit dem zweiten Bauabschnitt begonnen. Dabei war der Eingangsbereich komplett umgestaltet worden.

"Anträge gestellt bei den üblichen Verdächtigen"

Damit einher ging eine räumliche Trennung des Zugangs von Gemeinderäumen sowie der eigentlichen Pfarrwohnung. Voraussetzung für die vielseitige Nutzung sei zunächst die Schaffung von Sanitär- und WC-Bereichen im Erdgeschoss gewesen, so Kowalsky weiter. Zeitgleich ging es im Außenbereich um eine statische Sanierung des Westgiebels. Bis dahin waren auf Kosten der Kirche bereits 106 000 Euro verbaut worden.

Zwischen 2002 und 2006 wurden praktisch am Fließband "Anträge für den Fortgang der Arbeiten bei den üblichen Verdächtigen gestellt. Aber wir sind immer hinten runter gefallen". Dazu zählte das Land ebenso wie die Deutsche Stiftung Denkmalschutz oder die Lotto-Toto Gesellschaft, so der Planer. Gelingen sollte das letztlich erst durch das Zusammenspiel vom Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALF) sowie dem Management der Leader-Arbeitsgruppe Harz. Parallel dazu habe es weiterhin eine "wirklich extreme finanzielle Unterstützung seitens des Kirchenkreises" Halberstadt gegeben, so Kowalsky. Indirekt dürfte das auch mit der Verlegung des Pfarrsitzes von Stapelburg nach Veckenstedt 2005 zu tun gehabt haben, ergänzte Keiling. Von Veckenstedt aus wird die Kirchenarbeit für drei Gemeinden, einschließlich Schmatzfeld, organisiert.

"Finanzielle Hilfe durch Kirche war extrem"

Dazu gehören auch Stapelburg und Abbenrode mit insgesamt 1300 evangelischen Christen. Die Rede ist von der "größten Landgemeinde im Kirchenkreis Halberstadt", so Pfarrer Keiling.

In den jetzt beendeten dritten Bauabschnitt waren weitere 77 000 Euro geflossen. Davon stammten allein 20 000 Euro aus dem Dorferneuerungsprogramm des ALF. Letztlich konnten damit die komplette Gartenfassade sowie der Ostgiebel saniert werden.