Die Schülerfirma "GutBikes" der Gutenberg-Schule erhält professionelle Hilfe. Sie haben einen Kooperationsvertrag mit einem Fahrradgeschäft geschlossen. Dort werden die Mechaniker der Schülerfirma geschult.

Wolmirstedt l Robin Dreier ist 13 Jahre alt und Geschäftsführer. "GutBikes" heißt die Firma, die an der Gutenbergschule ansässig ist und Fahrräder repariert und verleiht. Übrigens nicht nur an die Gutenberg-Schüler. "Zu uns kann jeder kommen", sagt Robin Dreier.

Leon Altmann (13) ist einer der zehn Mechaniker von "GutBikes". Er kann Fahrrädern wieder Licht geben und Schläuche wechseln. Zum Beispiel. Leon und seine Mechanikerkollegen wollen aber noch mehr lernen, die Technik sicherer beherrschen. Deshalb gehen sie beim Fahrradmechaniker Marc Zimmermann in die "Lehre".

Marc Zimmermann repariert bei der Firma Fahrrad-Pfalz Fahrräder aller Art. Inhaberin Ellen Pfalz beteiligt sich ebenfalls an der Kooperation und wird die Geschäftsführung von "GutBikes" in die Geheimnisse der Buchführung einweisen. "Ich zeige ihnen, wie sie Arbeitsleistungen kalkulieren und die Ein- und Ausgänge der Ware aufführen können", sagt Ellen Pfalz.

Der 45-Jährigen macht es Spaß, mit jungen Leuten zu arbeiten. Konkurrenz sei das nicht. "Wir reparieren ja nur die leichten Fälle", sagt Ute Moritz, die als Lehrerin das Projekt begleitet, "bei größeren Reparaturen müssen unsere Jugendlichen sowieso an Experten verweisen."

Die Auftragsbücher von GutBikes könnten voller sein, findet Geschäftsführer Robin Dreier. Die 13-Jährige "Chefsekretärin" Laura Fleischer findet das auch. "Darum habe ich einen Workshop besucht, bei dem ich eine Menge über Marketing gelernt habe", sagt sie. Beim Schulfest am kommenden Sonnabend soll nun kräftig die Werbetrommel gerührt werden.

Solche Workshops werden von "Gründerkids" angeboten, der Landeskoordinierungsstelle für Schülerfirmen in Sachsen-Anhalt unter dem Dach der deutschen Kinder- und Jugendstiftung. "Wir unterstützen die Schülerfirmen weiterhin, indem wir sie zu Kooperationen mit der Wirtschaft anregen und die Verträge gestalten", sagt Gründerkids-Mitarbeiterin Gina Mösken. Sie weiß um die Bedeutung einer schriftlichen Vereinbarung. "Im Kooperationsvertrag steht beispielsweise drin, dass die Schüler einmal pro Woche in der Fahrradwerkstatt lernen dürfen. Das hat eine andere Verbindlichkeit, als mündliche Absprachen."

Mit der Arbeit in der Schülerfirma sollen die Jugendlichen auf das "richtige" Leben vorbereitet werden. "Zuverlässigkeit und Verantwortung sind wichtige Stichworte", sagt Ute Moritz. "Chefsekretärin" Laura kontrolliert beispielsweise genau, ob die Mechaniker die Zeit eintragen, die sie für ihre Reparatur gebraucht haben. "Es kann sich niemand 90 Minuten aufschreiben, der nur 60 Minuten gebraucht hat", so Ute Moritz.

Die 18 jungen Mitarbeiter von "GutBikes" wollen sich übrigens nicht allein der Reparatur von Fahrrädern widmen. "Wir wollen auch Fahrräder verleihen", sagt Leon Altmann. Dazu werden alte Fahrräder soweit wieder hergerichtet, dass sie verkehrssicher in der Stadt benutzt werden können.

Die nächsten Pläne gehen noch darüber hinaus. "Eine Kooperation mit den Touristenverbänden wäre toll", sagt Ute Moritz, "zum Beispiel eine Zusammenarbeit mit dem Jersleber See oder der Colbitz-Letzlinger Heide." Gäste sollen sich bei "GutBikes" Fahrräder ausleihen, um damit schöne Touren in der Umgebung oder am Kanal zu erleben. Gina Mösken will die Jungen und Mädchen der Schülerfirma auch dabei unterstützen.