Hermsdorf l Demokratie für die Arbeit im Kindergarten lernen: Erzieherinnen aus den Kitas Irxleben und Hermsdorf schulten ihre Fähigkeiten, Kindern demokratische Prinzipien im Miteinander näher zu bringen. Das ist ein Baustein auf dem Weg zum Hermsdorfer Kinderparlament.

Bevor die Kleinen üben, Mehrheitsentscheidungen zu finden und auch zu akzeptieren, sollten die Großen den Weg dahin verinnerlichen. "Von klein und von Anfang an: Miteinander Demokratie lernen in der Kita" heißt ein Weiterbildungsangebot für Erzieherinnen, das die Lokale Initiative Barleben (LIBa) zusammen mit der Pädagogin Gabriele Wiemeyer vom Gustav-Stresemann-Institut offeriert (siehe Kasten).

Viele Etappen auf dem Weg bis zur Mehrheitsentscheidung

Am eigenen Leib erfuhren die Erzieherinnen bei Übungen und Spielen, wie schnell eigene Meinungen und Bedürfnisse untergehen können, wenn sie nicht ausgesprochen werden und nicht für sie argumentiert wird. Das Bewusstsein und die Verantwortung für das eigene Handeln sind das Wasser, das die Demokratie zum Sprudeln bringt.

"Bisher dachte ich, Demokratie ist eben eine Entscheidung einer Mehrheit. Doch was bis zu dieser Entscheidung alles einfließt, das war doch sehr lehrreich und wurde mit verständlichen Beispielen erläutert", berichtete Gudrun Meyer, die Leiterin der Hermsdorfer Kita "Abenteuerland".

Etappen wie die Klärung von Bedürfnissen gehören dazu. Den Erzieherinnen wurde bewusst, dass eigenes Schweigen zu Meinungen der Anderen oft als Zustimmung empfunden wird, dass deshalb das Aussprechen eigener Bedürfnisse, das Argumentieren für die eigene Meinung das Elixier demokratischer Prozesse ist. Die Bereitschaft zu Kompromissen und das Akzeptieren von Mehrheitsentscheidungen sind weitere wesentliche Grundprinzipien der Demokratie. Sie sollen demnächst in den Kita-Alltag Einzug halten.

Teilnehmerinnen sind hungrig auf noch mehr Kurse

An der Hermsdorfer Kita bereiten die Erzieherinnen seit Monaten mit den Kindern und Eltern den Aufbau eines Kinderparlaments vor. "Dafür war diese Weiterbildung eine phantastische Schule. Wir können davon gar nicht genug kriegen und hoffen auf Anschluss-Seminare. Dabei soll es dann noch praktischer werden - mit kindgerechten Übungen und Spielen, die auch kleineren Menschen bewusst machen, was Demokratie eigentlich heißt", betonte Gudrun Meyer.

"Wir bemühen uns, den Landkreis für die Anschlussveranstaltungen zu gewinnen", bestätigte Anja Danneberg von der LIBa. Die Fortbildungsmaßnahme in Hermsdorf ist Teil des Lokalen Aktionsplans Börde, der zum Bundesprogramm "Toleranz fördern - Kompetenz stärken" gehört. Der Landkreis und LIBa wirken im LAP mit.