Alljährlich Anfang Juni raucht im Wald bei Dolle ein Holzkohlemeiler. Das Anzünden des Meilers wird immer mit einem großen Köhlerfest gefeiert. Das war auch in diesem Jahr nicht anders.

Dolle l Kaum zu glauben, wieviel Arbeit in dem erdummantelten Holzstapel steckt, der sich mitten im Wald bei Dolle auftürmt. "Das sind 24 Raummeter Buchenholz", erläuterte Hobbyköhler Klaus Benze aus Dolle den Besuchern des Köhlerfestes.

Die Buchenholzstämme hatte das Bundesforstamt Nördliches Sachsen-Anhalt anliefern lassen. "Eine Woche lang haben wird das Holz gespalten und zu einem Meiler aufgeschichtet", ergänzte Wolfgang Nielebock aus Letzlingen. Er ist ebenso wie Klaus Benze Mitglied im Harzer Köhlerverein. Schon seit einigen Jahren errichten die beiden Fachleute gemeinsam den Meiler in Dolle.

Die Schirmherrschaft über das Dollenser Köhlerfest hat Landrat Hans Walker (CDU) übernommen. "Ich komme immer gern nach Dolle", betonte der Landrat, als er gemeinsam mit Klaus Benze auf den Meiler stieg und Feuer in den sogenannten Quandelschacht gab. Unter geringer Luftzufuhr verwandelt das Feuer die Buchenholzscheite in die begehrte Holzkohle. "In den nächsten zehn Tagen werden wir Nachtschichten einlegen müssen, um den Verkohlungsprozess zu steuern", berichtete Klaus Benze. Die fertige Holzkohle kann dann in etwa zwei Wochen im Bundesforstamt Dolle oder bei Klaus Benze erworben werden.

Auch Heidekönigin war dabei

Zum Anzünden des Meilers waren wieder viele Besucher gekommen, darunter auch Heidekönigin Anne Kathrin I. und Elbe-Heide-Verbandsgemeindebürgermeister Thomas Schmette (CDU). Günter Knüppel vom Bundesforstamt lobte den Fleiß und die Professionalität der beiden Köhler.

Burgstalls Bürgermeister, Sigurd Heimann (parteilos), begrüßte nicht nur die zahlreichen Besucher, sondern auch die "Stendaler Stadtmusikanten", die das Köhlerfest mit Blasmusikklängen musikalisch umrahmten. "Das Zelt der Musiker ist gestern fast weggeflogen", erinnerte Heimann an die Witterungsunbilden des Vortages.