Die überwucherte frühere Schlossgärtnerei in Eichenbarleben soll ab Oktober freigelegt und neu gestaltet werden. Damit soll das Dorf eine neue grüne Lunge entlang des alten Bauerngrabens bekommen.

Eichenbarleben l Wo einst das Gemüse für die Schlossküche der Herren von Alvensleben spross, recken heute armstarke Peitschen ihre begrünten Äste in die Höhe. Herrschaftlich sieht hier nichts mehr aus. Zu DDR-Zeiten war das 1500 Quadratmeter große Gelände entlang des - teilweise verrohrten - Bauerngrabens eine volkseigene Gärtnerei. Nach deren Aus machte sich Wildwuchs breit zwischen Olbe und "Busch".

Holunderradweg wird durch das Vorhaben attraktiver

Ab Oktober dieses Jahres soll die alte Schlossgärtnerei komplett umgestaltet werden. Der Betreiber des Mammendorfer Steinbruches - die Cronenberger Steinindustrie (CSI) - wird in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde eine sogenannte Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme umsetzen. Solche Maßnahmen verlangt der Gesetzgeber bei schwerwiegenden Eingriffen in Natur und Landschaft - als Wiedergutmachung (Ausgleich). Lange hatten die Pläne wegen eigentumsrechtlicher Fragen auf Eis gelegen.

"2012 ist es endlich gelungen, dass die CSI dieses Gelände kaufen konnte. Das war Voraussetzung für die umfangreiche Neugestaltung, über die wir sehr froh sind", erklärte Ortsbürgermeister Detlef Binkowski. Die Gemeinde zahlt keinen Cent, die CSI hat einen Landschaftsarchitekten mit der Neugestaltung der Schlossgärtnerei beauftragt und finanziert das Vorhaben allein.

Der Landschaftsgestalter hat nun die Pläne dem Eichenbarleber Ortschaftsrat vorgelegt. Diesen Plänen zufolge wird das Gelände nach der Verwirklichung nicht mehr wiederzuerkennen sein.

Herzstück ist ein neu anzulegender Radweg entlang des Bauerngrabens, der den Weg am alten Schwimmbad mit dem "Busch" verbindet. "Mit diesem Weg haben wir zukünftig eine attraktive Route für den Holunderradweg, die vom Radweg aus Richtung Ochtmersleben, über den idyllischen ¿Busch\' durch eine neue Naturperle führen wird. Zum Verschnaufen werden zwei rustikale Sitzrundbänke gebaut, die natürlich auch den Dorfbewohnern zur Verfügung stehen", erläuterte Binkowski.

Die alte Mauer an der nördlichen Seite wird mit Naturstein bis in Kniehöhe aufgemauert. Rechts des nördlichen Eingangs soll eine Streuobstwiese mit landschaftlich typischen Obstbäumen und Sträuchern angelegt werden.

Verrohrung des Bauerngrabens wird fast komplett geöffnet

Das Gelände auf der gegenüberliegenden Seite wird komplett umgekrempelt. Der Wildwuchs wird entfernt, ein Teich angelegt, mit dem Aushub ein Erdwall aufgeschüttet. Neue Gehölze wie Schlehe, Wildrose, Feldahorn und Hartriegel werden gepflanzt. Im Mittelteil der Anlage bleibt der Bestand im Wesentlichen erhalten (siehe auch Skizze). Das südliche Areal mit einem bisher dichten Bestand von Spitzahorn und Eschen wird gelichtet. "Dieser Bestand würde sonst über kurz oder lang zusammenbrechen", erläuterte Landschaftsarchitekt Wolfram Westhus. Nach der Durchforstung sollen an lichten Stellen junge standorttypische Eichen gepflanzt werden.

Die Verrohrung des Bauerngrabens einschließlich der Einmündung in die Olbe soll geöffnet werden. Das alte Wehr wird zurückgebaut, eine Grabentasche eingebaut.

Lediglich die verrohrte Verbindung am nördlichen Eingangstor (unter dem Weg in Nähe der Olbebrücke) bleibt erhalten. Für die Haltung eines ständigen Wasserstands im Bauerngraben wird eine so genannte Sohlschwelle errichtet.

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