Noch bis zum 26. August ist die Heimatstube in Barleben geschlossen. Wenn tags darauf die Einrichtung wieder öffnet, warten gleich zwei neue Ausstellungen auf die Besucher: "Festumzug zur 950-Jahr-Feier" und "Die Zeitkapsel der alten Sekundarschule".

Barleben l Die Heimatstube ist bis 26. August geschlossen. Doch hinter den altehrwürdigen Mauern im Breiteweg 50 wird bereits wieder fleißig hantiert. Mit dem Wort "Geschichtsforschung" kann Orts-chronist Kerstin Dünnhaupt eher etwas anfangen. "Ganz ohne Fleißarbeit ging es aber auch nicht", lenkt Erich Wehner, der Tausendsassa im Heimatverein Barleben, ein.

Tatsache ist, die Mitglieder des Heimatvereins bereiten gegenwärtig zwei Ausstellungen vor - über den historischen Festumzug zur 950-Jahr-Feier im vergangenen Jahr in Barleben sowie über den Inhalt einer Schatulle, die im Fundament der alten Schule gefunden wurde, die 1962 eingeweiht und 2007 der neuen Sekundarschule in der Feldstraße Platz machen musste.

"Die Ausstellungen stehen im Wesentlichen", bringt es die Ortschronist auf den Punkt, "wir sind gerade dabei, ihnen den letzten Feinschliff zu geben." "Großen Aufwand aber haben wir betrieben", so berichtet Erich Wehner, "als es um die Feierlichkeiten zur ersten urkundlichen Erwähnung von Barleben vor 950 Jahren ging und wir uns entschieden, den Festumzug noch einmal neu aufleben zu lassen".

Der letzte Anstoß für diese Dokumentation, die ab 27. August der breiten Öffentlichkeit zugänglich sein wird, kam aus der Bevölkerung: Die Feierlichkeiten sind Geschichte, so hieß es, doch nirgendwo kann der Barleber oder seine Gäste etwas darüber nachlesen oder sich gar anschauen. Diesen Umstand hat der Heimatverein aufgegriffen. "Die Mitglieder haben dann gezielt den historischen Teil des Festumzuges", so erläutert die Ortschronistin, "in zwölf Tafeln neu aufleben lassen."

Wie die Barleberin erläutert, spiegelt sich in den zwölf Tafeln die gesamte Geschichte der Ortschaft wider. Das fängt an bei Heinrich IV., geht über Bogard von Bardeleben im Jahre 1162, den Hexenprozess 1662 bis hin zur feierlichen Eröffnung des Barleber Bahnhofes im Jahre 1872. Das heißt, der Betrachter kann in der Ausstellung den Festumzug in unzähligen Fotos, Dokumenten sowie Zeitungsausschnitten nachvollziehen.

Die zweite Ausstellung dagegen wird Dokumente zutage bringen, die vor 51 Jahren mit einer Zeitkapsel im Fundament der damaligen Schule in der Feldstraße versenkt wurden. "Den Auftrag für diese Ausstellung bekamen wir von Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff", erzählt Erich Wehner, "in dessen Büro sich die Kapsel in den vergangenen fünf Jahren befand." Was aber im Einzelnen zum Vorschein gekommen ist, wollten die Mitglieder des Heimatvereins nicht preisgeben. Es war aber die Rede von Schulaufsätzen, alten Zeitungen, auch Kontrollheften, die akribisch die Aufbaustunden der damaligen Schüler auflisteten.