Dolle feierte am Sonnabend mit zahlreichen Besuchern aus der Region sein 12. Köhlerfest. Höhepunkt war das Entzünden des Meilers, den die Köhler Klaus Benze und Wolfgang Nielebock in den Tagen zuvor fachgerecht aufgebaut hatten.

Dolle l Der Meiler im Wald bei Dolle raucht wieder. Zahlreiche Menschen waren am Sonnabend den Hinweisschildern im Ort gefolgt, um das Anzünden des gut verpackten Holzstapels zu verfolgen und zu feiern.

"Wir feiern heute schon unser 12. Köhlerfest", begrüßte Burgstalls Bürgermeister Sigurd Heimann (parteilos) die Besucher, "mit diesem Fest wollen wir einen alten Beruf ehren und das Brauchtum der Köhlerei bewahren."

Grundlage für die industrielle Entwicklung

"Die Köhlerei ist eine der ältesten Handwerkstechniken der Menschheit", ergänzte Landrat Hans Walker (CDU) in seiner Begrüßungsansprache, "ohne sie hätte es die industrielle Entwicklung nicht gegeben."

Das hörten die beiden Köhler Klaus Benze und Wolfgang Nielebock gern. Beide hatten schon Tage zuvor den Holzstapel im Wald bei Dolle fachgerecht aufgeschichtet und mit einer dicken Erdschicht versehen. Dabei verwendeten sie etwa 30 Festmeter Hainbuchenholz.

"Das ergibt eine qualitativ hochwertige Holzkohle", schätzte Günter Knüppel vom Bundesforstbetrieb Nördliches Sachsen-Anhalt ein. Er überbrachte auch die Grüße vom Leiter des benachbarten Gefechtsübungszentrum, Oberst Becker. Die Bundeswehr unterstützt das Köhlerfest mit einem Aggregat zur Stromerzeugung.

"Ein herzliches Dankeschön geht auch an den Revierleiter der Bundesforst, Volker Wüstenberg", der uns wirkungsvoll beim Bau des Meilers unterstützt hat, so Bürgermeister Sigurd Heimann.

Und dann füllte Köhler Wolfgang Nielebock Glut in einen Eimer und reichte ihn nach oben auf den Meiler. Mit Unterstützung durch Klaus Benze, Hans Walker und Verbandsgemeindebürgermeister Thomas Schmette schüttete dann Heidekönigin Julia I. die Glut in die Öffnung des Meilers und setzte damit den Verkohlungsprozess in Gang.

Mit einem dreifachen "Gut Brand" kommentierten die Besucher des Köhlerfestes die Aktion. Ein kräftiger Schluck "Flüssige Holzkohle" beendete das Zeremoniell.

Köhler überwachen den Meiler rund um die Uhr

Bis zum kommenden Sonnabend wachen jetzt die beiden Köhler rund um die Uhr über den Meiler. Sie müssen den Windzug regeln, damit der Meiler weder erlischt, noch in Flammen aufgeht. "Am kommenden Sonnabend werden wir den Meiler öffnen", schätzt Klaus Benze ein, dass bis dahin der Verkohlungsprozess abgeschlossen sein wird. Dann soll die fertige Holzkohle gleich abgefüllt und zum Verkauf angeboten werden.

Die Besucher feierten noch lange nach dem Anzünden des Meilers bei frisch gebrühtem Kaffee und leckerem Kuchen Zur Unterhaltung spielten die Tangermusikanten aus Tangerhütte.