Die ehemalige Grundschule Gutenswegen wird das künftige Ortschaftszentrum. Das beschloss der Gemeinderat der Niederen Börde.

Gutenswegen l Damit ist der Weg frei. Mit diesem Grundsatzbeschluss kann die Gemeinde Fördermittel für die Umgestaltung der Schule beantragen. Die Kosten für den Umbau zu einem Ortschaftszentrum werden auf 3,5 Millionen Euro geschätzt, eine Investition, die vielen Gutenswegern zugutekommt. Die Kindertagesstätte bekommt dort ihr Zuhause, das Bürgerhaus, der Jugendclub - und auch Vereine wie der Chor agieren dann unter den Dach der ehemaligen Schule, die damit zum Klassiker des Mehrgenerationenhauses wird.

Noch vor Kurzem standen die Zeichen in dieser Angelegenheit auf Sturm. Vor allem die CDU-Fraktion wollte das Bürgerhaus und den Kindergarten am jetzigen Standort erhalten. Im Laufe des vergangenen Jahres kristallisierte sich jedoch heraus, dass das denkmalgeschützte Gebäude beinahe für dieselbe Summe auf den neuesten Stand gebracht werden müsste. Denkmal- und Brandschutz fordern finanziellen Tribut. Mit der Sanierung des jetzigen Bürgerhauses würden auch auf die Kindertagesstätte neue Anforderungen zukommen. Deren Räume müssten an die neuesten pädagogischen Anforderungen angepasst werden. Ein Jahr lang waren die Fakten zusammengetragen worden, bis sich der Umbau der Grundschule als günstigere Variante herauskristallisierte. Die CDU-Fraktion formulierte ihren Antrag dahingehend neu, dass nun doch alle Kraft in die ehemalige Grundschule gesteckt wird. Der Gemeinderat stimmte mehrheitlich zu und folgte damit dem Votum der Gutensweger Bürger. Wenke Kuhwe überreichte Bürgermeisterin Erika Tholotowsky eine Unterschriftenliste mit 323 Unterschriften, die sich allesamt für den Ausbau der ehemaligen Grundschule ausgesprochen hatten. Wenke Kuhwe, Stefanie List und Carmen Duda hatten an den Haustüren geklingelt. "Jeder, den wir gefragt haben, hat unterschrieben."

Bedenken über die Wirtschaftlichkeit äußerte der Jersleber Bürgermeister Roland Hiller. "Unser Bürgerhaus, die Flocke, ist sehr oft vermietet", sagt er, "trotzdem kriegen wir die Finanzen nicht gestemmt". Er sorgte sich, dass auch Gutenswegen unter der finanziellen Last eines Bürgerhauses ächzt. Dennoch, die Verwaltung kümmert sich jetzt um die Gelder.