Erstmals fand in der langen Geschichte der kleinen Dorfkirche in Elbeu ein Adventskonzert statt. Der Barleber Kirchenchor intonierte zum dritten Advent die Weihnachtsgeschichte von Max Drischner.

Elbeu l Es war ein kleines, wunderbar improvisiertes Adventsfest, mit dem die Elbeuer Kirche zum ersten Mal auch als Konzertraum der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Am späten Sonntagabend erstrahlte der schlichte Feldsteinbau im Glanz unzähliger Kerzen, gab es erneut ein Wiedersehen mit dem Barleber Kirchenchor, der im Sommer zu Gast war, als der Abschluss der Dachsanierung gefeiert wurde.

Diesmal hatte der Chor unter Leitung von Pfarrer Johannes Könitz passende Stücke zur Adventszeit einstudiert. Und was passt besser als die Weihnachtsgeschichte von Max Drischner? Die klaren Stimmen der zehn Sängerinnen und Sänger sowie die Akustik in dem alten Gemäuer zauberten eine ganz besondere Atmosphäre um die Geschichte von Maria und Josef sowie die Geburt von Jesus, dem Herrn. Zu hören waren auch so bekannte Lieder wie "Maria durch ein Dornwald" oder "Vom Himmel hoch".

Zum Abschluss des etwa einstündigen Konzertes lud Pfarrer Könitz die sehr zahlreich erschienenen Besucher zum Mitsingen ein. Und so ertönte in dem sakralen Bau ein lautes und vielstimmiges Halleluja. Die Lobpreisung gebührt auch den Helfern, die die Kirche für den besonderen Anlass geschmückt und den großen Kanonenofen angeheizt hatten. Kirsten Riemann-Müller bedankte sich im Namen der Elbeuer Kirchengemeinde auch bei den Barlebern. "Ich freue mich, dass der Kanal offenbar für unsere Nachbarn keine Hürde mehr ist."

Dankbar erinnert wurde daran, dass in diesem Jahr die Sanierung des Kirchendaches und des Turmes sowie einige Stabilisierungsmaßnahmen im Inneren beendet werden konnten. Möglich wurde dies durch zahlreiche Spenden sowie Zuschüsse von der Stadt Wolmirstedt und aus dem Leader-Programm. Dringend notwendig ist jetzt die Sanierung der Fassade und zuvor die Trockenlegung der Grundmauern. Dass Feuchtigkeit dem aus Bruchsteinen gebautem Gebäude arg zugesetzt hat, ist nicht zu übersehen. Die Kirche, so sagen Chroniken, stammt aus dem 13. Jahrhundert, 1758 wurde sie im Stil des Barock mit Tonnendecke und hölzerner Kanzel umgebaut. Mit dem Konzert und damit Öffnung der Kirche nach außen hofft die 80 Mitglieder starke Kirchengemeinde auf weitere finanzielle Unterstützung. Nur so ist es möglich, die kleine, aber feine Perle der Romanik wieder zum Leben zu erwecken. Die bescheidene Größe und sparsame Ausstattung bietet Möglichkeiten für Kleinkunst und musikalisch-literarische Abende. Auf der Wunschliste der Kirchengemeinde steht auch die Wiederbelebung der schon vor sehr langer Zeit verstummten Orgel.

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