Wolmirstedt (gbi) l Weihnachtsfeier mochten sie es nicht nennen, also trafen sich die Landsenioren des Altkreises Wolmirstedt im Katharinensaal zu ihrer Jahresendfeier. Alle haben ihr Berufsleben in der Landwirtschaft verbracht, manche in der LPG, andere in der Verwaltung. Sie alle einen nicht nur gemeinsame Erinnerungen, sondern auch gemeinsame Unternehmungen in der Gegenwart. "Seit wir zwei Frauen im Vorstand haben, wird viel unternommen", gestand Andreas Berger, der Vorsitzende der Landseniorenvereinigung. "Das Interesse an unseren Fahrten war in diesem Jahr so groß, dass wir einigen Reiselustigen wegen Überfüllung des Busses absagen mussten." Da die Reisen offenbar den Nerv der Landsenioren treffen, wird es in diesem Jahr zum ersten Mal eine Dreitagesfahrt geben.

Neben der Freizeitbeschäftigung im Lebensabschnitt des Ruhestandes, interessieren sich die Landsenioren immer noch dafür, was auf den Feldern und in den Ställen passiert. Wolfgang Köhler war zu Gast, der Geschäftsführer des Bauernverbandes. Köhler erinnerte an die lang andauernde Nässe im Frühjahr, die die Aussaat erschwerte, an die sehr warme und trockene Periode von März bis Mai, an den endlosen Regen im Spätsommer während der Erntezeit. "Die Ernte war äußerst mager", fasste Köhler zusammen.

Am stärksten habe der Roggen unter den ungünstigen Bedingungen gelitten, sagt Köhler, auch der Winterraps hatte sich durch die schlechten Aussaatbedingungen nur unzureichend entwickelt. Doch Köhler überbrachte auch positive Nachrichten. Zuckerrüben, Kartoffeln und Mais profitierten von der Witterung des Jahres 2011.

Am allerliebsten aber genossen die Landsenioren die Gespräche am Tisch, waren froh, ehemalige Kollegen wiederzusehen, Erinnerungen auszutauschen. "Wir haben genau 99 Anmeldungen für diese Feier", freute sich Andreas Berger. Es gab reichlich Kaffee und Kuchen, und für die Unterhaltung zwischendurch sorgten zwölf Musikschüler der Kreismusikschule.

"Ich hoffe, dass wir im kommenden Jahr die Hunderter-Marke durchbrechen", so Berger. Bis dahin werden aber alle gemeinsam verreisen, unter anderem zum Gefechtsübungszentrum Letzlingen.