Mit drei Stimmenthaltungen und einer Gegenstimme verabschiedete der Gemeinderat Barleben am Donnerstagabend den Haushalt für das kommende Jahr.

Barleben l Die Gewerbesteuer sprudelt. Sie ist Hauptertragsquelle der Kommune. Sie macht 74,1 Prozent der gemeindlichen Einnahmen aus. Nach dem Rückgang der Erträge in den letzten Jahren hat sich die Lage inzwischen wieder stabilisiert. Die Finanzverwaltung geht für das kommende Haushaltsjahr von Gewerbesteuereinnahmen im Umfang von 26,5 Millionen Euro aus (in diesem Jahr lagen sie bei 25 Millionen). Tendenziell könnte dieses Niveau bis 2015 beibehalten werden. Im Bereich der Grundsteuer A für land- und forstwirtschaftliches Vermögen sind keine Veränderungen zu erwarten. Da der Hebesatz für die Grundsteuer B (bebaute und unbebaute Grundstücke) mehrheitlich auf den vor zwei Jahren üblichen Wert korrigiert wurde, ist hier ein leichter Einnahmeanstieg zu erwarten. Trotz der momentan guten Haushaltssituation, warnt Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff davor, außer Betracht zu lassen, dass das Land eine Neufassung des Finanzausgleichsgesetzes plant. "Inwieweit dies die finanzielle Ausstattung der Gemeinde tangiert, ist derzeit noch nicht abzusehen", sagte er. Laut Barlebens erstem Mann sollte daher weiterhin an der Ausschöpfung von Ertragsmöglichkeiten und der Ausnutzung von Einsparmöglichkeiten in einem vernünftigen Maß festgehalten werden. Auf diese Art sei man auf eventuell eintretende negative Einflüsse vorbereitet.

Zusätzliche Mittel hat die Gemeinde 2012 im Bereich der Ausgaben für die Freiwillige Feuerwehr eingeplant. Hier sind im nächsten Jahr unter anderem erhöhte Aufwendungen auf dem Gebiet der Aus- und Weiterbildung zu erwarten. Außerdem werden der Gemeinde keine Anteile mehr aus dem Aufkommen der Feuerschutzsteuer zur Verfügung gestellt. Selbstredend führt die 950-Jahrfeier Barlebens im nächsten Jahr zu erhöhten Aufwendungen. Zu erwerben sind beispielsweise Verbrauchsmittel für Veranstaltungen. Auf einer Brachfläche am Breiteweg wird für 95 000 Euro ein provisorischer Festplatz hergerichtet.

Für das Jahr 2012 sind bislang rund 5,8 Millionen eigene kommunale Investitionen eingeplant. Für die Kindertagesstätte Ebendorf und die Sportanlage am Anger sucht die Gemeinde nach alternativen Finanzierungsmethoden, um die Folgekosten für sich zu verringern.

Experten rätseln immer noch, woher das Wasser in den Kellerräumlichkeiten der Kita Ebendorf kommt. Vermutlich rühren die Ursachen von einem "Leck" in der Gebäudemauer und der insgesamt fragwürdigen Grundwassersituation in der Ortschaft her. Bereits vor Jahresfrist wurde von einem Kita-Neubau als Alternativlösung gesprochen. Mit dem Verzicht auf die Räumlichkeiten im Keller stößt die Einrichtung an die Grenzen ihrer Platzkapazität. Für das in absehbarer Zeit aufzugebende Altgebäude müsste ein Nutzungskonzept unter Ausschluss des Kellers entwickelt werden.