Die Domäne in Groß Ammensleben ist ein historisches Ensemble, das für das neue Jahrtausend bestens gerüstet ist. Und noch immer finden sich Menschen und Gelder, die es weiterhin aufwerten.

GroßAmmensleben l Das Programm Leader hat schon vieles möglich gemacht und das wird auch im kommenden Jahr so bleiben. Die Prioritätenliste ist geschrieben, und darauf steht unter anderem eine Veränderung am Schäfertor der Domäne. "Wir werden es möglich machen, dass eine Sichtachse durch das Schäfertor auf die Domäne hergestellt wird", sagt Erika Tholotowsky, Bürgermeisterin der Gemeinde Niedere Börde und Vorsitzende der Lokalen Aktionsgruppe Colbitz-Letzlinger Heide des Leader-Projektes.

Ein halbhoher Zaun soll den Bretterverschlag ersetzen

Bisher ist die Sichtachse nur partiell gegeben. Und es ist nicht sehr anheimelnd, diesen Weg zur Domäne zu gehen, unter dieses Tor zu treten, denn der Durchgang ist beinahe komplett mit Brettern versteckt, lediglich ein Fußgängertunnel aus rohen Brettern lässt einen Weg.

"Dieser Bretterverschlag soll verschwinden", sagt Erika Tholotowsky, "stattdessen soll ein halbhoher Zaun das Areal abgrenzen." Autos sollen auch künftig nicht durch das Tor fahren können, aber die Absperrung soll ästhetisch wirken und die Sicht auf das Domänenensemble frei lassen. Etwa 10 000 Euro sind für diese Maßnahme geplant, drei Viertel davon sollen aus dem Leader-Programm kommen.

Das Schäfertor befindet sich gegenüber der Klosterkirche, noch ist nicht der gesamte Weg dorthin befestigt. Das Tor selbst trägt zwei neue Stifterfiguren, einen Abt und einen Ritter. Beide Figuren wurden ebenfalls mit Leader-Mitteln saniert. Zwischen beiden Figuren prangt eine Kartusche mit dem Wappenzeichen für die Hohe Gerichtsbarkeit und Würde des Abtes.

Dass das gesamte Tor noch nicht verfallen ist, ist dem Einsatz vieler Ammensleber und der Gemeinde zu verdanken. Dennoch - noch kommt sein Charme nicht vollständig zur Geltung, strahlt es noch nicht so, wie beispielsweise die ehemalige Schmiede, die längst hergerichtet wurde und als Besucherzentrum fungiert.

Dabei hat es auch das Schäfertor verdient, in die Schönheit des Ensembles einbezogen zu werden, denn wer durch das Schäfertor tritt, vor dem erhebt sich das gesamte Domänenensemble. Es war einst der Wirtschaftshof für das Kloster, die Türme der ehemaligen Klosterkirche ragen stolz in den Himmel hinein. Ein phantastischer Anblick, den Fremde in so einer relativ kleinen Bördegemeinde wohl nicht unbedingt erwarten.

In der Lokalen Aktionsgruppe Colbitz-Letzlinger Heide arbeiten 46 Mitglieder Hand in Hand. Davon sind 35 Mitglieder Wirtschafts- und Soziale Partner, also Vereine und regionale Unternehmen, die anderen elf Partner sind Städte und Gemeinden. Die 46 Mitglieder erarbeiten die Prioritätenlisten, erstellen Broschüren und schieben die Projekte an. Wolfram Westhus als hauptamtlicher Leader-Manager leitet die Umsetzung in die Wege, hält die Fäden in der Hand, kümmert sich um die Beantragung der Fördermittel.

Die aktuelle Broschüre heißt "Faszination Aller-Elbe-Radweg" und stellt alle Objekte entlang dieses Radweges genauer vor, die mit Leader-Mitteln auf den Weg gebracht wurden, unter anderem die Domäne Groß Ammenslebens.

Die nächste Broschüre ist in Arbeit, wird aber eine Wegstrecke jenseits der Niederen Börde beschreiben, nämlich den Heideradweg im Bereich Bertingen über Letzlingen bis nach Gardelegen.

Leader unterstützt Bürger, die ihre Heimat gestalten

Leader ist ein europäisches Programm zur Stärkung des ländlichen Raumes. Leader steht für "Liaisons Entre les Actins du De\'veloppement de l\'Economie Rurale", was soviel heißt, wie "Verbindungen zu Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft". Ein wichtiger Baustein dieses europäischen Programmes bedeutet, dass Bürger ihre Heimat gestalten, dass die Attraktivität von Dörfern und Kleinstädten steigt und dass bei allem das Engagement der Bürger vor Ort die größte Rolle spielt.

Die Domäne Groß Ammensleben jedenfalls bildet oft das Zentrum des dörflichen Lebens. Auf dem Platz wird der Adventsmarkt abgehalten, das alte Fachwerkhaus bietet sich sowohl von innen als auch von außen wunderbar als Kulisse für Märchenspiele an. Ostern treffen sich Eltern und Kinder zum Ostereiersuchen, das der Heimatverein organisiert hat. Am Domänenteich treffen sich alljährlich die Angler, um das Gewässer zu säubern.

All das soll sich auch überregional herumsprechen, und bald können von überall Besucher herkommen und nicht nur durch den Eingang von der Straße, sondern auch durch das Schäfertor treten.

 

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