Seit gestern geht (auch) in der Ohrestadt das volle Programm des Silvesterfeuerwerkes über den Ladentisch. Der Gesetzgeber schreibt aber vor, dass jedes der Geschäfte kontrolliert werden muss, das Knaller verkauft.

Wolmirstedt l In der Ohrestadt schlug es gestern 13. Und so wie Frank Schröder, Sachbearbeiter Sicherheit in der Stadtverwaltung, bezeugt, ist die Dreizehn offensichtlich eine Glückzahl: "Vom Gesetzgeber ist es nämlich streng vorgegeben, dass jedes Geschäft, das zum Jahreswechsel Silvesterraketen vertreibt, von uns kontrolliert wird", erklärt der engagierte Mitarbeiter. Und das geschieht in der Regel an jenem Tag, an dem die "Kracher" erstmals verkauft werden dürfen - so geschehen gestern in den Vormittagsstunden.

Frank Schröder kennt seinen Tourenplan genau, der sich in den vergangenen Jahren nur unwesentlich verändert hat. Gestern kontrollierte er 13 Geschäfte. Das tat er nicht allein, an seiner Seite Ulrich Hillmann, ein erfahrener Kamerad der Freiwilligen Feuerwehr Wolmirstedt.

Nach dem über zweistündigen Rundgang stand für beide Fachleute definitiv fest: In allen 13 Verkaufsstellen steht augenscheinlich nicht allein der Umsatz an Silvesterfeuerwerk im Vordergrund, sondern auch die sichere Aufbewahrung der "Knaller". Das ist - wie in all den Jahren - durchweg vorbildlich in der Stadt. "Was anderes habe ich auch gar nicht erwartet", versichert Frank Schröder, "denn ich kann mich in all den Jahren, in denen wir als Stadtverwaltung kontrollierten, nicht daran erinnern, dass es irgendwann einmal Anlass zu ernster Kritik gab." Dann verwies der Mitarbeiter darauf, dass er lediglich das eine oder andere Mal kleine Hinweise geben musste. "Was auch nicht verwundert, denn wir schauen bei jeder einzelnen Visite ganz genau hin. Dabei nehmen wir vor allem die Verkaufsflächen in Augenschein, achten streng darauf, wie und wo das Silvesterfeuerwerk gelagert ist. Wir achten aber auch darauf, ob die pyrotechnischen Artikel unmittelbar vor Ort optimal gesichert sind. Darunter verstehe ich, dass beispielsweise die Feuerlöscher in unmittelbarer Nähe griffbereit liegen. Was auf keinen Fall fehlen darf, ein Eimer Wasser für die erste, schnelle Hilfe."

Einer, der ersten Anlaufpunkte auf dem Tourenplan ist in all den Jahren die Drogerie Rossmann. Hier hatten Frank Schröder und Ulrich Hillmann nichts zu bemängeln. Filialleiterin Martina Börner und ihre Mitarbeiterinnen haben auch 2011 das Feuerwerk so platziert, dass man es stets im Blickwinkel hat. Und was die Filialleiterin ausdrücklich betont, "wir lassen uns von den jugendlichen Kunden jedesmal den Personalausweis zeigen, bevor die Silvesterkracher über den Ladentisch gehen. Unter 18 Jahren ist zumindestens in Sachen Silversterfeuerwerk in unserer Filiale nämlich nichts zu machen."

Wie aber Feuerwehrmann Ulrich Hillmann ergänzt, gibt es hier auch Ausnahmen: "Handelt es sich um Feuerwerk mit der vielsagenden Kennzeichnung F1 und PII, sind sie für Kinder ab dem 12. Lebensjahr freigegeben." Doch auch in diesem Fall geht man in der Drogerie auf Nummer sicher. "Aber selbst bei diesen weniger gefährlichen Knallern achten wir darauf, dass die Kleinen in Begleitung von Erwachsenen sind", betont die Filialleiterin. "Denn wir dürfen nicht vergessen, in all diesen Feuerwerkskörpern befindet sich Sprengstoff. Und wohin Leichtsinn führt, kann man sich spätestens am 1. Januar im Krankenhaus anschauen", weiß Ulrich Hillmann. Diese kritischen Worte haben offensichtlich Wirkung gezeigt. Denn wie auch Frank Schröder bestätigen konnte, war es am ersten Verkaufstag ausgesprochen ruhig. Wie der Sachbearbeiter wissen ließ, hat es ihn gefreut, "denn ich selbst halte vom Knallen zum Jahreswechsel nur wenig."