Einer sammelt Briefmarken, der andere Postkarten, beim nächsten drängeln sich Gartenzwerge im Vorgarten. Einige Bewohner des Landkreises mit besonders ungewöhnlichen Sammelobjekten werden in dieser Serie vorgestellt. Heute: Gerhard Damm aus Wolmirstedt.

Wolmirstedt l Die meisten Sammler sammeln Objekte, die sie auf Flohmärkten oder Dachböden finden. Bei Gerhard Damm ist das anders. Der Wolmirstedter fertigt sich seine Sammelobjekte selbst. Und zwar originalgetreu nachgebaute historische Objekte, zumeist Fachwerkhäuser. Vor 15 Jahren hat er dieses Hobby für sich entdeckt. Damals musste er aus Krankheitsgründen seinen Beruf aufgeben. "Ich habe etwas gesucht, was mir die Freude am Leben erhält", sagt Gerhard Damm, und da er immer schon ein Faible für alte Häuser hatte, wurden die eben zu seiner Leidenschaft. "Ich gehe da ganz pragmatisch heran", sagt der Rentner, "ich fotografiere die Häuser und fertige maßstabsgerechte Zeichnungen an." Die sind mindestens so groß, wie eine Tischplatte, aber ohne die akribische Vorbereitung werden die Modelle nicht gut genug. "Mein erstes Objekt war eine Wassermühle", erinnert sich Gerhard Damm, "danach folgte ein Bauernhof für die Enkelkinder."

Die Fachwerkhäuser von Gerhard Damm sind zum Anfassen gemacht, und nicht nur von außen sehr originalgetreu nachgebaut, sondern auch von innen. "Ich arbeite mit Sperrholz", erzählt der Modellbauer, "dennoch schnitze ich das Fachwerk direkt in das Holz hinein." Dafür muss es speziell behandelt werden, damit es nicht bröselt, aber dafür hat Gerhard Damm längst seine eigenen Technologien entwickelt.

Selbst das Innenleben der Häuser wird so nachgebaut, wie es sein könnte. Natürlich weiß Gerhard Damm nicht, wie die Häuser, die es ja in der Wirklichkeit meistens noch gibt, innen möbliert sind. Da lässt er seiner Phantasie freien Lauf und fertigt Schränke, Tische und Stühle im Miniaturformat nach eigenem Gutdünken. "Mein größtes Objekt ist die Wolmirstedter Adlerapotheke", erzählt Gerhard Damm. Die ist drei Meter lang und ebenso, wie alle anderen Objekte, maßstabsgetreu nachgebaut. Den 1772 gebauten Barleber Taubenturm hingegen konnte er nur nach vagen Zeichnungen nachbauen. "Der Turm wurde bereits 2006 abgerissen", bedauert Damm.

In der Regel arbeitet Gerhard Damm mindestens einen Monat an einem Objekt, sitzt täglich zehn bis zwölf Stunden daran. Das ist nicht immer ganz einfach, denn die Augen sind nicht mehr wirklich gut, "und mein linker Arm und meine linke Hand sind nur schmückendes Beiwerk", sagt er. Die Nerven arbeiten nicht mehr mit.

Dennoch, auch unter diesen Umständen sind im Laufe der Zeit etwa 100 Objekte entstanden. 40 Ausstellungen hat er bereits bestritten. "Besonders in der Weihnachtszeit stelle ich meine Häuser gerne in Schaufenster", sagt er, "sie werden dann schön von innen beleuchtet und ich freue mich, wenn die Leute sich daran erfreuen."