Der Holzkohlenmeiler von Dolle schwelt wieder. Am Sonnabend feierte das Heidedorf das Jahrhunderte alte Handwerk der Köhlerei mit einem Fest. An neuem Standort, denn nicht alle Dollenser mögen das qualmende Handwerk.

Dolle l Mit dem Köhlerfest beleben die Dollenser zusammen mit dem Bundesforstamt seit 2004 die Köhlerei in der Colbitz-Letzlinger Heide wieder. Jedes Jahr wurde der Zuspruch größer. Doch einige Anwohner hatten etwas gegen das qualmende Treiben am Festplatz. Die Gemeinde verlegte den Schauplatz an den Salchauer Weg. "Hier kann keiner stänkern. Wir können feiern, vor allem dank unseres Köhlers Klaus Benze", freute sich Bürgermeister Sigurd Heimann am Sonnabend bei der Festeröffnung und überreichte einen Gutschein an den emsigen Mann mit dem Köhlerhut.

25 Raummeter Buchenholz schlummern im Inneren

Klaus Benze hatte das neue Gelände seit April in Handarbeit hergerichtet und mit der Schippe den Boden für seine heiße Arbeit bereitet. Zusammen mit seinem Letzlinger Köhlerkollegen Wolfgang Nielebock hatte Benze die 25 Raummeter Buchenholz im Inneren des Meilers aufgerichtet.

Die Dollenser Frauen hatten zum Köhlerfest Kuchen gebacken. Grill und Zapfhahn waren in Schuss. Die Stendaler Stadtmusikanten spielten zünftige Blasmusik. Landrat Hans Walker und Günther Knüppel vom Bundesforstamt waren gekommen. Klaus Benze und Wolfgang Nielebock geleiteten Heidekönigin Katja I. hinaus auf den Köhlergipfel. Ihre Hoheit durfte als erste die Glut in den Bauch des Meilers schütten. Mit einem dreifachen "Gut Brand" war der Meiler offiziell entzündet. Eine Woche lang muss er nun schwelen. Klaus Benze und Wolfgang Nielebock werden Wache halten, den Schwelprozess beobachten und die dazu notwendigen Begleitarbeiten durchführen. Am kommenden Wochenende wird die begehrte "schwarze Ware" dann vor Ort verkauft. Abgepackt in Zehn-Kilo-Säcken.

Fest ist auch Erinnerung an eine stolze Familientradition

Bis 1962 war Klaus Benzes Vater Reinhold der letzte Köhler in Dolle gewesen. Bis zu acht Benzsche Meiler versorgten damals vorrangig Gießereien und Industriebetriebe mit Holzkohle. Klaus Benze hat die Familientradition nie losgelassen. Nach dem ersten Meiler am westlichen Heiderand bei Letzlingen im Juni 2004 hatte das Bundesforstamt Letzlinger Heide auch an der östlichen Heideseite mit der Wiederbelebung der traditionellen Holzkohleherstellung in Dolle begonnen.

Am nächsten Sonnabend wird handgemachte Kohle verkauft

Aus Buchenholz der benachbarten Bundesforstflächen baut Benze jedes Jahr den Meiler auf. Das Innere des Meilers wird dabei bis zu 380 Grad heiß.

Interessierte Besucher können gern in der kommenden Woche den beiden Köhlern über die Schulter schauen. Über mangelnde Nachfrage brauchten sich die Meister der Holzkohle in den vergangenen Jahren nicht zu beschweren.