Wolmirstedt l Als untragbar hat Linke-Ratsfraktionschef Sebastian Filipp die jüngsten Äußerungen von "Wolves"-Vereinsvorsitzendem und Stadtratsvorsitzendem Gerald Zimmermann (CDU) bezeichnet.

Ursprünglich hatte es der Linke-Politiker abgelehnt, sich im Finanzstreit um die Sanierung der Jahnhalle öffentlich zu äußern, bevor im Stadtrat eine Übersicht des möglichen finanziellen Schadens für Wolmirstedts Stadtkasse gegeben worden ist. Das hatte Fillip noch nach der jüngsten Ratssitzung gegenüber der Volksstimme bekräftigt.

Der Sinneswandel hat seinen Grund in der Wortwahl Zimmermann während der offiziellen Feier zum 20-jährigen Vereinsjubiläum der "Wolves". Dort hatte er im Zusammenhang mit der jahrelangen Diskussion um Finanzquerelen beispielsweise gesagt: "Die Menschen können uns nicht gönnen, was wir erreicht haben." Auf dieses Zitat reagierte Filipp mit den Worten "Das Verhalten des Stadtratsvorsitzenden Zimmermann ist eine Zumutung".

Stadtrat hat "Wolves"-Verein mit 185000Euro gefördert

Der Wolmirstedter Stadtrat habe in der zurückliegenden Legislatur für eine Zuwendung von 185000Euro an den Taekwondoverein "Wolves" gestimmt und damit erst ermöglicht, dass der Verein das Projekt zur Sanierung der Jahnhalle stemmen könne, so Sebastian Filipp.

Der Linke-Stadtrat erinnerte zudem daran, dass die sich jetzt engagierenden Ratsmitglieder im Oktober 2009 einer Bürgschaft in Höhe von 530000Euro für den von Gerald Zimmermann geleiteten "Wolves"-Verein zugestimmt hatten, genauso wie bereits zu zwei Verlängerungen dieser städtischen Bürgschaft. Sebastian Filipp: "Das kann man nun wirklich nicht als Missgunst bezeichnen."

Der Linke-Politiker betonte gegenüber der Volksstimme, er wolle - wie übrigens auch eine Reihe anderer Ratsmitglieder aus anderen Parteien - eine korrekte Abrechnung dieses Sanierungsprojekts. "Das geht aber nur, wenn man uns die entsprechenden Nachweise aushändigt und unbefangen mit uns in die Diskussion eintritt", erklärte Filipp.

Dies sei jedoch solange nicht möglich, wenn Mitgliedern des Stadtrates, die sich für eine korrekte Abrechnung des 1,4Millionen Euro teuren Projektes, für das Fördergelder von der EU, von Bund und Land geflossen sind, "eine maßlose Profilierungsgier" unterstellt werde. Sebastian Filipp wirft in diesem Zusammenhang einigen Stadtratskollegen vor, sie könnten nicht zwischen Mandat und Person unterscheiden. Filipp: "Ich habe wiederholt betont, niemand hat etwas gegen den "Wolves"-Verein. Der leistet eine hervorragende Arbeit."

Gibt viele Vereine, die eine hervorragende Arbeit leisten

Es gebe jedoch noch wesentlich mehr Vereine in Wolmirstedt, "die ebenfalls eine hervorragende Arbeit leisten", schätzte der Chef der Linke-Stadtratsfraktion ein. Abschließend bekräftigte Filipp, der Stadtrat sei gegenüber den Wolmirstedtern dazu verpflichtet, "dass die Abrechnung von öffentlichen Geldern ordentlich ablaufen muss". Zur Aufarbeitung sämtlicher Zahlungen von der Stadt an den Taekwondoverein gebe es daher keine Alternative.