Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde. So lautet das Motto einer Reitergruppe aus Rogätz und Umgebung. Die "Free Rider" starteten gestern Mittag am Sandkrug zu einem dreitägigen Ausritt.

Rogätz l Bereits zum siebenten Mal treffen sich die Pferdefreunde aus Rogätz und Umgebung zu ihrem alljährlichen Wanderritt.

Abseits befestigter Straßen und Wege wollen die "Outlaws" (die Gesetzlosen), wie sie sich manchmal scherzhaft nennen, nach alter Tradition ein Stück Freiheit und Abenteuer genießen. "Was vor sieben Jahren mit einer kleinen Gruppe von sechs naturverbundenen Pferdefreunden begann, hat sich in den letzten Jahren zu einer festen Größe entwickelt", freut sich Matthias Thurau.

"Für die hungrigen Reiter führen wir einen Trosswagen und eine Gulaschkanone mit..."

"Faxe", wie er in seinem großen Freundes- und Bekanntenkreis meist genannt wird, gehört zu den Mitbegründern der Rogätzer "Free Rider".

In diesem Jahr nehmen schon mehr als doppelt so viele Pferdebegeisterte an der Abenteuertour teil, als vor sieben Jahren. Die Reiterinnen und Reiter - im Alter zwischen 14 und 50 Jahren fieberten schon seit Monaten diesem Ausritt entgegen.

Dabei sind Pferde verschiedener Rassen, vom Araber bis zum Hannoveraner. "Im Tross laufen auch zwei Fohlen mit", erzählt Alexander Schoss. "Lady Lay", am 13. März geboren und der zwei Wochen jüngere "Wilhelm" traben gemütlich neben ihren Mutterstuten her.

"Um alle hungrigen Reiter satt zu bekommen, fährt hinter dem Trosswagen, der die Zelte und die Ausrüstung transportiert, auch eine Gulaschkanone", berichtet Matthias Thurau. Die wurde von Christian Engelbrecht aus Rogätz gesponsert. Der Trosswagen erinnert an die Planwagen, mit denen weiße Siedler einst den amerikanischen Westen eroberten. An der Plane ist in großen Buchstaben der Name der Reitergruppe zu lesen.

Den dreitägigen Wanderritt haben die Reiter schon Wochen vorher mit viel Liebe zum Detail und viel Organisationstalent geplant. "An zwei Stationen werden Pferd und Reiter gemeinsam rasten und nächtigen", verriet Alexander Schoss. Nach einer täglichen Distanz von etwa 30 Kilometern sowie zwei Fährüberfahrten über die Elbe machen die Reiter jeweils einen Stopp in Bittkau und in Güsen. Dort wollen sie bei gleichgesinnten Freunden in Zelten bei den Pferden übernachten.

"Auch wenn der Rücken schmerzt, geht es nach einem deftigen Frühstück und einer Schmerztablette weiter."

"Nichts ist schöner, als am Lagerfeuer gesellig mit Gesang und Gitarrenbegleitung gemeinsam den Tag ausklingen zu lassen", schwärmt Alexander Schoss. Die Tour ist für Pferd und Reiter gar nicht so einfach zu bewältigen. "Aber auch, wenn einigen älteren Weggefährten der Rücken schmerzt, gilt es, nach einem deftigen Frühstück und einer Schmerztablette den besten Freund wieder zu satteln und durch die noch fast unberührte Landschaft den Weg zum nächsten Zielort anzutreten", so "Faxe". Das Erlebnis Natur lasse alle die Strapazen schnell vergessen.

Zwar sei das Wetter nicht beeinflussbar, doch hoffen die Pferdenarren auf "gutes Reiterwetter, um der Natur in ihrem schönsten Kleid zu begegnen". "Wir freuen uns auf ereignisreiche und unbeschwerte Tage zusammen mit unseren Pferden", waren sich gestern am Sandkrug alle Reiterinnen und Reiter einig, als sie zu ihrer ungewöhnlichen Tour aufbrachen.