Der Winterdienst im Landkreis zeigt sich gut gerüstet für den bevorstehenden Wintereinbruch. In der Nacht zu gestern fuhren die ersten Streufahrzeuge über die Kreisstraßen und streuten streckenweise.

Landkreis Börde. "Pünktlich zum Beginn der kalten Jahreszeit sind die Vorbereitungen für unseren Winterdienst im Landkreis Börde abgeschlossen", sagt Annelen Miehe, Betriebsleiterin des Eigenbetriebes für Straßenbau und -unterhaltung. In der Nacht zu gestern wurden bereits die ersten Kreisstraßen gestreut. Klaus Glemnitz, der zuständige Straßenmeister: "Wir haben bereits seit September die Salzvorräte in der Außenstelle Bülstringen eingelagert und eine entsprechende Dienstanweisung für den Winterdienst im Kreisgebiet an unsere Mitarbeiter verteilt." Etwa 2 000 Tonnen Streusalz im Wert von 100 000 Euro liegen an insgesamt drei Anlaufpunkten, in Bülstringen (1 000 Tonnen), in Colbitz (500 Tonnen) und in Oschersleben (500 Tonnen).

"600 Kilometer Kreisstraßen sind zu bewirtschaften, etwa 170 Kilometer werden durch private Anbieter übernommen. Die tägliche Prüfung der Wetterlage bestimmt die Intervalle, in denen wir streuen. In der Regel beginnen wir an Werktagen den Dienst um 3 Uhr früh, am Wochenende um 4 Uhr, und wenn außergewöhnliche Umstände es erfordern, wird auch die ganze Nacht durchgearbeitet", versichert Glemnitz.

Dem Leiter des Stützpunktes stehen dafür 16 Streu- und Räumfahrzeuge sowie 32 Mitarbeiter in zwei Schichten zur Verfügung. "Zudem haben wir für den Notfall, wenn unsere personellen Kapazitäten erschöpft sind, Kooperationsverträge mit den ortsansässigen Landwirten geschlossen, die uns bei Bedarf mit ihren Fahrzeugen unterstützen werden", ergänzt Annelen Miehe. Das Arbeitsgebiet des Winterdienstes erstreckt sich von Oebisfelde bis Gröningen und von der Grenze zu Niedersachsen bis zum Stadtgebiet von Magdeburg.

Im vergangenen Winter gab es erhebliche Probleme mit der Bereitstellung von genügend Streusalz. Mit einem so starken Wintereinbruch hatte niemand gerechnet. "Uns hat es aber nicht so stark getroffen wie andere Kreise", bilanziert Glemnitz. Sollte der Salzverbrauch von 2 900 Tonnen des vergangenen Winters auch in diesem Jahr erreicht werden, sehen die Betreiber des Winterdienstes keine größeren Schwierigkeiten, Nachschub zu bekommen: "Wir haben vertragliche Vereinbarungen zur Nachlieferung von Salz abgeschlossen", sagt Miehe. "Jedoch werden die dadurch entstehenden Zusatzkosten zu Lasten der Straßenunterhaltung im nächsten Jahr gehen", fügt die Betriebsleiterin hinzu.

Der Winter könne nun kommen, der Kreisbetrieb ist nach eigenen Aussagen gewappnet. "Jedoch ersetzt das nicht die angepasste Fahrweise der Autofahrer an die örtlichen Gegebenheiten. Wir können schlecht überall zur gleichen Zeit sein, und eine Behinderung der Streufahrzeuge, wie es in den vergangenen Jahren immer wieder der Fall war, stellt uns ebenso vor Probleme wie liegengebliebene Lkw, die noch immer mit Sommerbereifung unterwegs sind", mahnen Glemnitz und Miehe.

Neu in diesem Winter wird sein, dass der Betriebshof in Haldensleben auf seinem eigenen Gelände ein Salzlager bekommt. "Die zentrale Lage im Kreisgebiet begünstig diesen Standort", sagt Glemnitz. Der Bau der Halle wurde im August in Auftrag gegeben. Sie wird vorraussichtlich Anfang Dezember fertiggestellt und ersetzt das Zwischenlager in Bülstringen. Zusätzliche Ausgaben für die bisherige Anmietung des Bülstringer Depots werden dadurch eingespart. Die Kosten für die Errichtung der neuen Lagerhalle betragen etwa 300 000 Euro. Sie wird ein Fassungsvermögen von 1 000 Tonnen haben. Der Neubau verbessert die täglichen Arbeitsabläufe vor allem dadurch, dass die Beladung der Streufahrzeuge nun direkt auf dem Betriebshof erfolgen kann.

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