Von Ivar Lüthe

Landkreis Börde. Mit einem "Paukenschlag" hat die Sitzung des Kreistages am späten Mittwochnachmittag begonnen: Der SPD-Kreistagspolitiker Lothar Lortz aus Hornhausen ließ über den Kreistagspräsidenten, Dr. Karl-Heinz Daehre, kurz und knapp verlesen, dass er mit sofortiger Wirkung die SPD-Kreistagsfraktion verlasse. Zu seinen Beweggründen ließ Lortz, der der Sitzung fern geblieben war, nichts verlauten. Auch auf Nachfrage der Volksstimme wollte sich Lothar Lortz gestern nicht zu den Gründen seines Austritts äußern. "Kein Kommentar", sagte Lortz kurz angebunden am Telefon der Volksstimme. Sein Kreistagsmandat werde er jedoch behalten, erklärte der Hornhäuser Ortsbürgermeister. Ob er sich einer anderen Fraktion anschließt, oder als fraktionsloses Mitglied im Kreistag arbeiten wolle, darüber werde er "in diesem Jahr keine Entscheidung mehr fällen", sagte Lortz.

Heinz Maspfuhl soll Ausschuss übernehmen

Im Kreistag sorgte der Austritt in den Reihen der Mitglieder für einigen Gesprächsstoff. Dass Lortz sich zu den Gründen nicht äußert, lässt Raum für Spekulationen. Ein möglicher Grund ist eine Entscheidung der SPD-Kreistagsfraktion, die Fraktionsvorsitzender Burkhard Kanngießer am Mittwoch im Kreistag bekannt gab: Nicht mehr Lothar Lortz, sondern der Wolmirstedter Heinz Maspfuhl soll künftig der Vorsitzende des Sozial- und Kulturausschusses werden. Kanngießer: "Das hat überhaupt nichts mit der bisher geleisteten Arbeit von Herrn Lortz zu tun. Wir hatten uns zu Beginn der Legislaturperiode geeinigt, dass wir in der Mitte der Legislatur diesen Wechsel vornehmen werden, weil wir mit Lothar Lortz und Heinz Maspfuhl zwei Experten auf diesem Gebiet in unseren Reihen haben." Lothar Lortz ist Lehrer an der Berufsbildenden Schule in Oschersleben, Heinz Maspfuhl war ebenfalls Lehrer und arbeitete an der Wolmirstedter Leibniz-Sekundarschule. Mittlerweile ist er im Ruhestand. Lothar Lortz leitete den Ausschuss seit dem 12. Juli 2007.

Sozialdemokraten verlieren zwei Sitze

Da die SPD-Kreistagsfraktion nun einen Mitstreiter verloren hat, ändert sich auch etwas an der Sitzverteilung in den Gremien des Kreistages – die SPD büßt etwas Einfluss ein. Die Sozialdemokraten verlieren einen ihrer bisher vier Sitze im Kreisausschuss an die Fraktion der Linken (jetzt 3), errechnete das Büro Kreistag gestern. Außerdem geht der SPD ein Sitz im Verwaltungsrat der Kreissparkasse Börde verloren. Bisher waren zwei Sozialdemokraten dort vertreten, nun wird sie nur noch einen entsenden können. "Nutznießer" ist hier die CDU-Fraktion (dann 3).

In den anderen Ausschüssen des Kreistages bleibt es bei der bisherigen Sitzverteilung. Die SPD ist unverändert vertreten in den Betriebsausschüssen (3 Sitze), im Jugendhilfeausschuss (2), im Umwelt- und Wirtschaftsausschuss (3) sowie im Ausschuss für Kultur und Soziales (3). Somit ändert sich auch nichts am sozialdemokratischen Vorsitz im Kulturausschuss.

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