Wolmirstedt. Wer einen süßen Zahn hat, sollte unbedingt ins Bürgerhaus gehen. Sobald man die Treppenstufen bewältigt hat, stößt man auf Bilder mit überdimensionalem Lakritzkonfekt. Es ist mit den Augen zu genießen und macht nicht einmal dick. Die Bilder mit den bunten Naschereien entstanden im Kunstunterricht der achten Klassen des Kurfürst-Joachim-Friedrich-Gymnasiums.

Seit 15 Jahren stellt das Gymnasium die Arbeiten des Kunstunterrichts im Bürgerhaus aus. Sowohl Schulleiterin Brunhilde Herfurth als auch Bürgermeister Dr. Hans-Jürgen Zander zeigten sich stolz auf die gezeigten Arbeiten. Die Schüler der fünften bis elften Klasse hatten sich in der Tat auf sehr vielfältige Weise mit den "kleinen" Dingen der Realität beschäftigt. Die fünften Klassen zeichneten Igel und nächtliche Städte, die sechsten Klassen setzten sich mit Stadtansichten Paul Klees auseinander, außerdem mit Käfern. Die siebenten Klassen hatten eine hintersinnige Geschichte als Comics gezeichnet. Die neunten Klassen gestalteten Stillleben mit Hilfe der Aquarelltechnik. Das Metier der zehnten Klassen war die Fotografie, die Schüler hatten sich mit dem jüdischen Friedhof genauer beschäftigt. Die elften Klassen verfassten Stadtansichten in Pastellkreide.

"In der Kunst ist es spannend, wenn ein neuer Blickwinkel die gewohnten Dinge seltsam und magisch erscheinen lässt", sagt Kunstlehrerin Jeanette Kugler, "wenn Dinge aus der Schulmappe plötzlich ein Stillleben ergeben, das Alltägliche somit zum Besonderen wird".

Neben Jeanette Kugler sind auch die Kunstlehrerinnen Andrea Behnert und Gerrit Pfister für diese Ausstellung verantwortlich. Sie mussten sich aus der Fülle der Arbeiten für etwa 100 entscheiden, mehr Platz steht in den Fluren und Zimmern des Bürgerhauses nicht zur Verfügung. Wie immer wurde die Vernissage, die am Mittwochnachmittag stattfand, musikalisch umrahmt. Diesmal von Clara Franke und Mareike Ratzeburg mit ihren Klarinetten.