Jetzt kann Weihnachten kommen. Die Wolmirstedter zumindestens sind bereits in Feststimmung. Denn der Adventsmarkt – erstmals auf der Schlossdomäne und erstmals für zwei Tage – war ein riesen Erfolg. Und was überzeugt mehr als Zahlen: Hunderte Schaulustige waren dabei (und blieben bis spät in den Abend), als kurz nach 17 Uhr der Weihnachtsmann mit seinem Gefolge das vorweihnachtliche Treiben einläutete. Das 24 Stunden später wieder ausklang.

Wolmirstedt. Das Szenario hätte selbst der Weihnachtsmann nicht besser schreiben können: Dunkelheit bricht über die Schlossdomäne herein, die eine oder andere Schneeflocke verfängt sich an einem der zahlreichen Stände, die Temperaturen sind im Keller, die Museumsscheune festlich ge- schmückt, auf der Schlossdomäne drängeln sich Hunderte Besucher… Wolfgang Buschner, der Stellvertreter des Weihnachtsmannes, ist einfach nur angetan: "Wir haben offensichtlich alles richtig gemacht, die Arbeit hat sich gelohnt, nun dürfen wir uns auf Weihnachten freuen."

Zuvor aber wurde am Sonn- abend und Sonntag auf dem Adventsmarkt auf der Schlossdomäne ausgiebig gefeiert, glich selbst die Museumsscheune einer glanzvollen Festmeile. Und auf dem Boulevard hatten sich zudem viele Händler solidarisch erklärt, luden ab 16 Uhr die Wolmirstedter zum "Einkauf bei Kerzenschein" ein.

Also exakt eine Stunde bevor der Weihnachtsmann – in seinem Gefolge Bürgermeister Dr. Hans-Jürgen Zander, ein Engel, die Heidekönigin, das Trinchen und die Turmbläser – den Adventsmark eröffnete. Dieser weihnachtliche Festakt war aber nur möglich, weil die Stadtverwaltung, die Interessengemeinschaft Innenstadt und das Soziokulturelle Zentrum "Schranke" sich im Vorfeld mächtig ins Zeug gelegt haben. Das Ergebnis spricht für sich: Rund um die Museumsscheune wurden nicht weniger als 26 Stände aufgebaut, fehlten selbst Fahrgeschäfte nicht. Endgültig Weihnachtsstimmung kam auf, als der Chor aus Glindenberg unter der Leitung von Christine Bauer in der Museumsscheune besinnliche Weisen anstimmte. Nicht der einzige musikalische Höhepunkt an diesem Abend, denn mit Maja-Catrin Fritsche stand anschließend eine sehr populäre Schlagersängerin auf der Weihnachtsbühne. Danach drehte die Band "Dizzy-o-Wizzy" richtig vorweihnachtlich auf. Fünf Männer und eine Frau spielten Irish Folk, Blues, eigene Balladen und wurden sogar ein wenig besinnlich.

Wer von den Besuchern nun glaubte, eine Steigerung ist nicht mehr möglich, hat die Organisatoren ein gutes Stück unterschätzt. Gehörte der Sonnabend mehr den Großen, so war der Sonntag den Jüngsten vorbehalten. Und die Akteure, die auf der Bühne standen, waren kaum älter als ihr Publikum. Ob sie nun aus der Diesterweg-Grundschule kamen, oder zum OK-Live-Ensemble gehören, beziehungsweise die Kita "Pusteblume" besuchen oder eine tragende Rolle im Kindermusical der Gutenbergschule spielten, zwischen 13 und 16.30 Uhr brachten sie den Nachweis, Wolmirstedt muss um den künstlerischen Nachwuchs nicht bange sein.

Übrigens, nicht wenige der Besucher wurden auf der Schlossdomäne fündig, müssen sich nicht mehr um ein Weihnachtsgeschenk kümmern. Eine zündende Idee hatte die Diesterweg-Grundschule, genauer, die Eltern der Klasse 1a, die da meinten: "Wir packen Überraschungs-Weihnachtspakete". Weil schließlich die gesamte Schule mitmachte, kamen über 200 Pakete zusammen, die zum Preis für zwei Euro verkauft wurden.

Am Ende beschenkten sich die Grundschüler damit selbst, denn der Erlös wird in die Schule investiert. "Wir wollen dafür eine neue Begrünung für die Außenanlagen mitfinanzieren", verriet Hortleiterin Britt Engel, bevor gestern gegen 17 Uhr auf der Schlossdomäne (hoffentlich nur für ein Jahr) die Lichter des Adventsmarktes ausgingen.

 

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