Sabine Kützing, Mitarbeiterin des Ordnungsamtes der Stadtverwaltung, lässt es zum Jahreswechsel ruhig und beschaulich angehen. "Wer aber Spaß dabei empfindet, Raketen in der Silvesternacht abzufeuern, der soll das tun. Mein Fall ist es nicht", verrät die Mitarbeiterin. Erstaunlich, denn sie ist die einzige, die gewissermaßen alle "Kracher" , die in der Ohrestadt verkauft werden, zuvor in der Hand gehabt hat.

Wolmirstedt. "Vom Gesetzgeber ist es vorgegeben, dass jedes Geschäft, dass Silvesterraketen vertreibt, von uns kontrolliert wird", klärt die Mitarbeiterin auf. Und das geschieht traditionell an dem Tag, an dem die "Kracher" erstmals verkauft werden dürfen – so geschehen gestern Vormittag.

Sabine Kützing kennt ihren Tourenplan, der sich Jahr für Jahr nur punktuell leicht verschiebt. Am gestrigen Mittwoch kontrollierte sie nacheinander 18 Geschäfte, stets an ihrer Seite Ulrich Hillmann von der Freiwilligen Feuerwehr Wolmirstedt.

Ihr gemeinsames Fazit nach einem Geschäfts-Marathon von über zwei Stunden: In allen Verkaufsstellen steht nicht der Umsatz, sondern die Sicherheit an erster Stelle. Da ist durchweg vorbildlich. "Was mich auch nicht wirklich verwundert", wie die Mitarbeiterin der Stadtverwaltung versichert: "In all den Jahren, wo ich auf Kontrollgang bin, konnte ich vor Ort nur den einen oder anderen kleinen Hinweis geben. Alles andere stimmte einfach. Dabei schauen wir bei jeder Visite ganz genau hin. Nehmen die Stellflächen kritisch unter die Lupe, achten darauf, wie das Silvesterfeuerwerk gelagert ist. Ja, wir werfen aber auch einen Blick darauf, wie die pyrotechnischen Artikel gesichert sind. Das heißt, wo der Feuerlöscher angebracht ist, ob notfalls ein Eimer Wasser bereit steht."

In der Drogerie Rossmann, der erste von 18 Anlaufpunkten, gab es gar nichts zu bemängeln. Filialleiterin Martina Börner und ihre Mitarbeiter haben das Feuerwerk sogar so platziert, dass man es stets im Auge hat. "Und ganz wichtig, wir lassen uns von Jugendlichen den Personalausweis zeigen, bevor die Knaller über den Ladentisch gehen. Unter 18 Jahren ist da nichts zu machen." "Ausgenommen, es sind Gegenstände mit der Kennzeichnung F1 und PII, die für Kinder ab 12 Jahre freigegeben sind", ergänzt Ulrich Hillmann.

"Aber selbst da achten wir darauf, dass die Kleinen in Begleitung von Erwachsenen sind", betont die Filialleiterin. "Denn keiner darf vergessen, in den Feuerwerskörpern, sind sie noch so klein, befindet sich Sprengstoff." Die Kontrolle gestern hat offensichtlich Wirkung gezeigt. Denn in Wolmirstedt war es trotz des ersten Verkaufstages ausgesprochen ruhig. Gut so, denn das Abbrennen der Knallkörper ist nur zu Silvester und am Neujahrstag erlaubt.