Vor wenigen Tagen präsentierten die vier Mitglieder der Schülerfirma "ProfitCompany" des Barleber Internationalen Gymnasiums "Pierre Trudeau" ihr erstes bedeutendes Produkt. Passend zur Jahreszeit brachten sie einen Schülerpullover auf den Markt. Er soll Bestandteil einer ganzen Kollektion werden.

Barleben. Lisa Richter, Robert Wehling, Isabel Hilgendorf und Martin Beyreiß, alle vier Schüler des Internationalen Gymnasiums "Pierre Trudeau", machen seit gut einem Jahr ihr eigenes Ding.

Das kommt bei ihren Mitschülern und dem Lehrerkollegium offensichtlich gut an. "Denn letztlich profitieren klassenübergreifend alle davon", verspricht Isabel.

Die Erfolgsgeschichte ist relativ einfach gestrickt: Die vier Gymnasiasten der 11. Klasse haben vor rund einem Jahr eine Schulfirma mit dem vielsagenden Namen "ProfitCompany" gegründet. Wie von Lisa Richter zu erfahren war, "angetrieben durch den langgehegten Wunsch des Gymnasiums, nicht mehr nur mit einem uncoolen Schulshirt, sondern auch mit anderen schönen Dingen auf sich aufmerksam zu machen". "Dennoch wird dies kein Selbstläufer, haben wir alle Unterstützung, die wir brauchen", versichert Robert Wehling.

Das Lösungswort heißt "futurego". Isabell Hilgendorf, der umtriebige Geist der Truppe, weiß Details: "Um unsere Ideen verwirklichen zu können, gründeteten wir eine richtige, wenn auch kleine Firma. Wir wussten uns aber von Anbeginn und bei jedem Schritt, den wir gehen mussten, bei unserer Wirtschaftslehrerin Frau Stübing, aber auch beim bundesweiten Projekt ,futurego‘ in den besten Händen."

Wie gut die Gymnasiasten gerade mit diesem Projekt fahren, erläutert Martin Beyreiß: "Im Mittelpunkt von ,futurego. Sachsen-Anhalt‘ steht die Verknüpfung von betriebswirtschaftlichen und schulpädagogischen Inhalten. Für unsere Firma bedeutet dies, wir bekamen ganz konkrete Hilfestellungen bei der Erarbeitung und Umsetzung unseres geschäftlichen Konzeptes."

Die vier jungen Geschäftsleute verinnerlichten dann auch sehr schnell die Marktwirtschaft und warfen zunächst ein T-Shirt auf den Schüler-Markt. Zum Tag der offenen Tür schließlich folgte der Schülerpullover. Wie Isabell Hilgendorf betont, ist damit die Spule noch längst nicht abgerollt: "Wir machen weiter. Und hoffen, dass unsere Produkte für ein besseres ,Erscheinungsbild‘ des Gymnasiums sorgen. Dann werden diese beiden Kleidungsstücke nicht die einzigen Merchandising-Produkte bleiben."

Bald ist Weihnachten ist, und auch die vier Unternehmer haben Wünsche: "Ohne Sponsoren, das heißt, ohne finanzielle Unterstützung werden unsere Ideen auf Dauer nur Träume bleiben."

Das Wirken der Schülerfirma wird am Internationalen Gymnasium in Barleben sehr wohlwollend begleitet, und ist nicht das einzige Firmen-Projekt am Gymnasium. Wie von der Schulleitung zu erfahren war, liegt es nicht allein daran, dass alle Schüler mit Hilfe der Firma attraktiver gekleidet werden können. Es gibt einen zweiten, viel triftigeren Grund: Die Entwicklung zum "Unternehmer im Unternehmen" soll gefördert werden, denn an jungen Nachwuchskräften, die sich durch Eigenschaften wie selbständiges Denken und Handeln, das Erkennen ökonomischer Zusammenhänge sowie Eigenverantwortung, Zielstrebigkeit, Kreativität und Teamfähigkeit auszeichnen, besteht eine große Nachfrage. Und die Grundlagen können gar nicht früh genug gelegt werden.