Wolmirstedt (gbi). Die Bundestagsabgeordnete Waltraud Wolff überreichte gestern Vertretern der Bürgerinitiative "Contra Deponie" einen Scheck über 200 Euro. "Ich bin in unserer SPD-Kreistagsfraktion mit dem Hut herum gegangen", sagte sie. Dieses Geld kann der Bürgerinitiative bei der Finanzierung eines Anwalts helfen. "Ich habe mir die Liste der über 70 Stoffe angesehen, die in die Kiesgrube Farsleben gebracht werden können", erklärte Waltraud Wolff, "ich kenne keine Deponie, wo solche Stoffe über Tage eingelagert werden. Warum lagert man diese Abfälle nicht in der Zielitzer Unter-Tage-Deponie ein?"

Die Mitglieder der Bürger- initiative misstrauen den Deponieplänen der Firma Papenburg. "Ich glaube nicht, dass Sichtkontrollen der ankommenden Lkw-Ladungen wirklich Auskunft über die einzulagernden Stoffe geben", sagte Hans-Eike Weitz.

Lutz Dienemann, Sprecher der Bürgerinitiative: "Selbst wenn alles von unabhängigen Laboren kontrolliert wird und keine giftigen Abfälle eingelagert werden, man weiß nie, wie die einzelnen Stoffe bei Regen und Wind miteinder reagieren." Und Weitz fügte an: "Wer sagt, dass die Stoffe nicht ins Grundwasser dringen? Schließlich ist das Loch der Kiesgrube nicht abgedichtet wie eine Tongrube."

Die Beschaffenheit des Untergrundes macht noch andere Sorgen. "Uns lässt unruhig werden, dass darunter Salz abgebaut wurde", erklärte Heinz Jasniak, Mitglied des BUND und der Bürgerinitiative, "das Gelände hat sich schon 70 Zentimeter gesenkt." Was passiert, wenn noch fünf Millionen Tonnen Abfall darauf gelagert werden, mag er sich gar nicht vorstellen. "Wir wollen gar keine Deponie", machte Jasniak deutlich.

Noch ist das Planfeststellungsverfahren nicht eröffnet. Erst in diesem Rahmen wird geprüft, ob die Deponie genehmigt wird. "Prinzipiell kann die Firma Papenburg auf ihrem Grundstück Abfall einlagern", stellte Waltraud Wolff klar, "das Landratsamt muss die Gegebenheiten prüfen. Aber sie können nicht sagen, sie haben keine Lust auf die Deponie und sie deshalb ablehnen. Das wäre Willkür. Dennoch darf das Wohl der Bürger nicht aus dem Blickfeld geraten." Die Spende soll nun helfen, diesen schwierigen Prozess zu überstehen. Die Bürgerinitiative arbeitet inzwischen mit dem Berliner Anwalt Karsten Sommer zusammen.