Einwohnversammlungen sind eine feste Größe im Kalender der Gemeinde Barleben. Wie es der Gesetzgeber empfiehlt, werden hier mindestens einmal pro Jahr gemeindliche Angelegenheiten erörtert. Die Bürger können dort im Gegensatz zur Ratssitzung zur Tagesordnung Fragen stellen.

Ebendorf. Ein kleiner Kreis Zuhörer (15 bis 20 Einwohner im Saal des Ebendorfer Bürgerhauses) und ein Riesenproblem. Michael Madjera, stellvertretender Ortsbürgermeister, machte vorgestern Abend auch keinen Hehl daraus: Die Kindertagesstätte "Gänseblümchen" in der Ebendorfer Krugstraße erwächst zu einem Fass ohne Boden. Die Feuchtigkeit in den Kellerräumlichkeiten entwickelt sich zu einem Dauerbrenner. "Hier Abhilfe zu schaffen, kostete uns schon einen Haufen Geld", rief Madjera in Erinnerung. Er geht davon aus, dass man de facto nur mit einem Neubau aus der Bredouille kommt. Erst im Mai hatte Dauerregen den Keller der Kita knöcheltief unter Wasser gesetzt. Die Gesundheitsbehörde sperrte die Räumlichkeiten wegen der Feuchte. Pilzbefall machte sich bereit. Inzwischen muss der komplette Garderobenbereich für die 96 Kinder in Mietcontainer im Außengelände ausgelagert werden. Die Gemeinde findet keine rechte Erklärung für die missliche Situation. Schließlich liegt eine fachgerechte Trockenlegung der Kellerräumlichkeiten gerade mal zwei bis drei Jahre zurück. Aus dem Kellerbereich aufsteigende Feuchtigkeit hatte damals bereits das erste Obergeschoss erreicht. So musste das Außenmauerwerk durch Schachtung freigelegt werden, eine vertikale und horizontale Sperrung angebracht und der Keller mit entsprechenden Geräten entfeuchtet werden. "Vielleicht war es ein Fehler, die stillgelegte Containeranlage als zusätzlichen Gruppenraum in den alten Gutspark zu stellen und nicht gleich eine neue Kita zu bauen", meinte Vize-Bürgermeister Jörg Meseberg vorgestern an der Seite von Michael Madjera im Ebendorfer Bürgerhaus. "Die Einrichtung hier ist des Öfteren überbelegt, da stellte die Umsetzung der in Zielitz freigezogenen Containeranlage der Kreissparkasse zunächst ein günstiges Angebot dar. Der Landkreis verlangte später aber immer wieder neue Abstimmungen zum Umbau und Anpassungen an geltende Richtlinien, sodass die gesamte Baumaßnahme doppelt so teuer zu Buche schlug, als im ersten Ansatz gedacht."

Um der jetzigen Situation Herr zu werden, will die Gemeinde ein hydrologisches Gutachten in Auftrag geben. Mit ihm soll nicht nur der Standort der Kita beleuchtet werden, sondern die Ortslage Ebendorf an sich. Hochstehendes Grundwasser macht mehr als 100 Haushalten zu schaffen. Drängwasser führte in den Kellern zu Flutungen. Dadurch muss abgepumpt werden.

Über den am 2. September vom Gemeinderat verabschie-deten Nachtragshaushalt sollte für die Kita "Gänseblümchen" weitere Betriebs- und Geschäftsausstattung angeschafft werden. Auch der Bau einer Außentoilette war geplant. Außerdem sollte die Rekonstruktion des Spielplatzes fortgesetzt werden. Das wird jetzt alles zurückgestellt, die Mittel zugunsten der Gefahrenabwehr umgeschichtet. "Die Gesundheit der Kinder geht vor", so Meseberg.

 

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