Zwei gute Nachrichten aus Gutenswegen: Die als vermisst geltende Orgel aus der Dorfkirche Sankt Katharina scheint wiedergefunden. Und die Evangelische Kirche macht 30 000 Euro aus einem Notfonds locker, um die Westseite des Turmes von St. Katharina zu restaurieren. Die Arbeiten sollen bis Ende des Monats dauern.

Gutenswegen. "Meine Gläubigen haben zum Erntedankfest etwas ungläubig geguckt, als ich ankündigte, dass ab 11. Oktober Handwerker der Firma REMA vom Fürstenwall in Magdeburg an unserer Kirche aufziehen werden, um den Turm zu restaurieren", sagt Gemeindepfarrer Thomas Wolter aus Groß Ammensleben. "Schon vor Jahresfrist hatte das Referat Bau vom Landeskirchenamt festgestellt, dass es höchste Zeit ist, etwas zu tun. Die Westseite des Turmes ist ruiniert. Sie muss dringend restauriert werden." Aus einem Notfonds macht die Evangelische Landeskirche nun 30 000 Euro dafür locker. Der Restbetrag der mit 60 000 Euro veranschlagten Arbeiten kommt aus unterschiedlichen Töpfen. Unter anderem will die Lotto-Toto-GmbH 8 000 Euro aufbringen. Auch die Gemeindemitglieder steuern durch Kollekten und Spenden Geld bei. Zudem soll es neue Schallluken und ein neues Zifferblatt für die Uhr geben. Das Geld hierfür bringt zu großen Teilen der Förderverein der Dorfkirche auf.

Sankt Katharina im Süden von Gutenswegen ist eine flachgedeckte Saalkirche mit Apsis. Die ältesten Teile des Gotteshauses stammen vom Ende des 12. Jahrhunderts.

Zu DDR-Zeiten verfiel die Kirche nach und nach. Der Novembersturm 1972 brachte das Dach zum Einsturz. Bei der zwischen 1995 bis 2003 stattgefundenen Sanierung kam Sankt Katharina wieder zu einem Dach. Das Kirchenschiff erhielt neue Fenster. Seitdem können wieder Gottesdienste und auch Konzerte stattfinden. Ginge es nach Kirchenmusiker Matthias Müller, sollten es auch bald wieder Orgelkonzerte sein. Müller meint, das 1830 angeschaffte und 1890 bei Ausmalung der Kirche rekonstruierte Instrument in Hundisburg wiederentdeckt zu haben. Die Orgel mit ihren elf Registern galt als vermisst. Ihre Reste aus Hundisburg herüberzuholen, sei kein Problem, brachte Müller am zurückliegenden Wochenende auf der heimatgeschichtlichen Konferenz im Gutensweger Bürgerhaus zum Ausdruck. Pfeifen aus Blei werde man allerdings nicht mehr vorfinden, lediglich hölzerne. "Die Bleipfeifen muss jemand veräußert haben", vermutet Müller.

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