Ebendorf. Auf der Einwohnerversammlung in der Vorwoche bekamen weitere Vereine die Möglichkeit zu einer öffentlichen Visitenkarte. Den Kultur- und Geschichtsverein Ebendorf besteht in diesem Jahr ein Jahrzehnt. Rosemarie Patzelt steht seit anderthalb Jahren an der Spitze. 46 Mitglieder sind eingeschrieben. Der Verein sieht seinen Zweck in die Wahrung und Pflege kulturellen und geschichtlichen Brauchtums. Die Förderung von Heimatverbundenheit sowie Landschafts- und Denkmalschutz sind weitere Schwerpunkte der Vereinstätigkeit. In Arbeitskreisen beschäftigten sich die Mitglieder mit der Geschichte und Entwicklung der Ortschaft Ebendorf. In einer Heimatstube sollen die historischen Zeugnisse aufbereitet und als Dauerausstellung präsentiert werden. Der Verein will die "Becker-Mühle", eine der ersten Motormühlen, restaurieren und der Öffentlichkeit zugänglich machen. Bis dahin sei es aber noch ein Stück Arbeit, so Rosemarie Patzelt. Die typische handwerkliche Dorfmühle mit Motorantrieb befindet sich auf dem hinteren Teil eines Hofes in der Haldensleber Straße. Sie wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts, nach Einzug der Elektrizität auf dem Lande, erbaut. Es ist eine Getreidemühle zur Schrot- und Mehlherstellung.

Die noch eigenständige Gemeinde Ebendorf hatte das Grundstück der "Beckermühle" erworben. Der Mühlenhof soll zu einer kulturellen Einrichtung und zu einem multifunktionalen Treff ausgebaut werden. So sieht es eine Prioritätenliste der Lokalen Arbeitsgemeinschaft (LAG) Colbitz-Letzlinger Heide vor. Die LAG hofft, für die Realisierung des Projektes auf eine 50-prozentige Förderung aus dem Programm LEADER der Europäischen Union zurückgreifen zu können. Jedes Jahr am 1. Mai ist der Mühlenhof für die Allgemeinheit geöffnet. Es gibt einen Bücherbasar, Kaffee und Kuchen, Bier und Wein und immer eine kleine Überraschung.