Einmal im Jahr wollen die Schülerlotsen der Stadt nicht an der Kreuzung stehen, sondern stattdessen mal eine ruhige Kugel schieben. Und zwar beim Bowling im Sport- und Freizeitpark, zu dem der Bürgermeister die engagierten Jungen und Mädchen traditionell einlädt.

Wolmirstedt. "Glückwunsch!", das hörte Nico Knackmuß am Dienstagnachmittag öfter. Auch Applaus gab es für den 15-Jährigen auf der Bowlingbahn im Sport- und Freizeitpark. Denn Nico wurde im Rahmen der Dankeschön-Weihnachtsfeier von Bürgermeister Dr. Hans-Jürgen Zander mit dem Silbernen Stadttaler ausgezeichnet.

"Er hat nicht nur beim Landesausscheid der Schülerlotsen, die ja offiziell Verkehrshelfer heißen, den ersten Platz gemacht", zählte das Stadt-oberhaupt die Erfolge des Leibniz-Schüler auf. "Sondern auch beim Bundesausscheid in Düsseldorf kam Nico auf einen beachtlichen siebenten Platz!" Der Geehrte strahlte über beide Wangen, als er die Urkunde und die kleine Schatulle mit dem Stadttaler erhielt.

Danach stand aber der Spaß für alle im Vordergrund, wurde stundenlang gebowlt, gegessen und getrunken. Eingeladen hatte nicht nur der Bürgermeister, sondern auch die Wolmirstedter Wohnungsbaugesellschaft, die Geld für die kleine Feier sponserte.

Seit Mai 2006 stehen die Lotsen aus der Gutenberg- und der Leibniz-Sekundarschule jeden Morgen und immer mittags an den Kreuzungen, um ihre Mitschüler sicher über die vielbefahrenen Straßen zu bringen beziehungsweise, wie in der Meseberger Straße, auch die Anfahrt in den Wendehammer zu regeln.

Für ihren Einsatz, den sie täglich – außer in den Ferien – und bei Wind und Wetter leisten, dankt ihnen der Bürgermeister einmal jährlich mit einer kleinen Weihnachtsfeier. "Ich wollte auch schon mal etwas Neues anregen, aber das Bowlen steht ungeschlagen hoch im Kurs", wusste Zander zu berichten.

Dieter Frinken, der die Lotsen von Anfang an betreut und ausbildet, ist nicht nur stolz auf seinen erfolgreichsten Schützling. Sondern auch darauf, dass er keine Schwierigkeiten hat, Nachwuchs zu finden, wenn die größeren Verkehrshelfer die Schule und damit ihren ehrenamtlichen Dienst verlassen. Ein Problem gibt es allerdings: "Bei mir melden sich schon Fünftklässler, die gern mitmachen würden. Doch erst, wenn sie 13 sind, können sie den Dienst antreten. Wir ziehen die Jüngeren aber bei der Ausbildung schon mit ran, dürfen sie nicht verprellen", weiß der Vorsitzende der Kreisverkehrswacht. Denn in dem Alter, in dem sich seine Lotsen befinden, "gibt es Konkurrenz durch Sportvereine und Feuerwehr, wo sich die Jugendlichen engagieren."

Insgesamt sind es mittlerweile 36 Schüler, die täglich ihre Weste anziehen und die Kelle in die Hand nehmen. Neben Frinken, der die komplette Ausbildung übernimmt und an der Leibniz-Schule die Verkehrshelfer koordiniert, kümmert sich Heike Lenzner um die sechs Lotsen der Gutenberg-Schule. Auch diese Gruppe wird sich im kommenden Jahr untereinander im Stadtausscheid messen, um ihren Besten oder die Beste zum Landes- und später zum Bundesausscheid zu schicken.